Buch auf, Gitarre raus.

© Foto: Katrin, 2014

Nur einer befreundeten Buchhändlerin ist es zu verdanken, dass mir der Titel Playlist für Zwei nicht durch die Lappen gegangen ist. Von allein hätte ich das Buch nie gelesen, da der Einband mal wieder  in zuckergussrosa gehalten ist. Das kann ich einfach nicht nachvollziehen. Dabei ist die Geschichte für Jeden etwas – nur würden Jungs das Buch schon allein aufgrund des Einbandes wahrscheinlich nie zur Hand nehmen. Etwas bitter vor allem, wenn man sich das englische Originalcover anschaut.

Erwartet hatte ich jedenfalls Gefühlsduselei zur ersten Liebe. Dabei ist es ein echt ausgewogener, gut geschriebener Roman über zwei sehr unterschiedliche und symphatische Jugendliche: die mustergültige Cellospielerin Lyla und den gitarrenverrückten Einzelgänger Tripp. Beide stehen jeweils ziemlich unter Druck und versuchen, mit ihrer Situation und ihren alleinerziehenden Elternteilen klarzukommen. Die Protagonisten hätten sich unter normalen Umständen nie miteinander abgegeben. Als sie sich jedoch in der Schule einen Probenraum teilen müssen, wird ein Schokoriegelpapier zum Auslöser einer musikalisch inspirierenden Bekanntschaft. Die zwei lernen einander kennen und wissen zum Schluss der Geschichte sogar etwas besser, was sie selbst wollen.

Knutschereien, Händchenhalten, erste Dates u. Ä. gibt es in dem Buch nicht – sondern eine Freundschaft, die sich über die Musik langsam entwickelt. Der Leser verfolgt abwechselnd die Perspektiven beider Protagonisten. Der klare, schnörkellose Schreibstil wird aufgelockert durch die zahlreichen Mails, SMS, Briefe oder Post-Its die sich Lyla und Tripp schreiben. Mir persönlich hat das super gefallen, da die Begeisterung für Instrumente und das Schreiben eigener Songs sich wie ein roter Faden durchs Buch ziehen. In dieser Geschichte geht es nicht nur um das Entstehen einer Freundschaft, sondern vor allem um Selbstverwirklichung und Kreativität, darum, sich inspirieren zu lassen und gemeinsam etwas Neues auf die Beine zu stellen. Das motiviert unheimlich. Eine Freundin hat mich außerdem darauf gestoßen, dass die Autorin die Songs aus dem Buch veröffentlicht hat und es auf YouTube sogar die Tutorials dazu gibt – geniale Idee. Jedenfalls hat mich die Geschichte dazu gebracht, mal wieder meine Gitarre aus der Ecke zu holen :D.
Ein Buch, das einem ein gutes Gefühl verschafft. Was will man mehr?

Katrin

Autorin: Mary Amato
Buchtitel: Playlist für Zwei, ab 12 Jahren
Übersetzung: aus dem Englischen von Bettina Münch

Verlag: dtv pocket

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3 Gedanken zu “Buch auf, Gitarre raus.

  1. sternenwind schreibt:

    Klingt interessant.
    Wobei Buchcover immer wieder problematisch sind. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich auch das Englische Cover zu verschnörkelt finde. Also für mich als Mädchen super – aber für einen Jungen würde ich sogar das kritisch sehen.

  2. Katrin schreibt:

    Im Grunde hast du Recht – auch dort sind zu viele Schnörkel drauf. Aber im Gegensatz zum rosa Cover schreckt es nicht gleich von ferne ab. 😀

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