100 Jahre in knapp 2 Stunden

© Foto: Ilke, 2014

© Bild: Ilke, 2014

Wir lieben das Buch Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, da sind wir uns einig. Doch wie sieht’s mit dem Film aus? Mit leichter Skepsis ging ich hinein, ist es doch in 99% der Fälle so, dass das Buch besser ist. Aber nicht nur deshalb, auch fand ich den Trailer schon nicht sooooo einladend. Trotzdem: Auf zu fast zwei Stunden Kinounterhaltung!

An sich wurde das Buch ziemlich getreu umgesetzt, die wesentlichen Ereignisse waren da, der rote Faden auch. Man muss eben kürzen, aber dadurch wird man auch nicht überrascht. Ich fragte mich nur, ob die Arzt/OP-Szene wirklich (in dieser Länge) drin sein muss bzw. das einfach der Art geschuldet ist, wie Schweden Filme umsetzen (oft ein wenig merkwürdig). Die Figur des Allan hatte ich mir nie so richtig vorgestellt, aber so wie im Film irgendwie nicht. Ist natürlich Geschmackssache. Die anderen Figuren fand ich dafür optisch und zumeist auch charakterlich - abgesehen vom Kommissar - gut getroffen. Sie  könnten glatt dem Buch entsprungen sein. Natürlich wurde fürs Kino auch etwas in der Handlung verändert, das wäre meiner Meinung nach aber nicht nötig gewesen. Vielleicht hat man bei der ein oder anderen Szene nach Hollywood geschielt. Wenn auch lustig, war es doch etwas fehl am Platz. Und auch wenn der trockene Humor hier und da sehr gut wirkte, kam der Film einfach nicht in Gang. Nach fast zwei Stunden Sich-den-Hintern-plattsitzen hatte ich das Gefühl, dass Vieles fehlte, aber auch ein längerer Film nicht wesentlich besser gewesen wäre. Ein ganz großes persönliches Minus muss ich dem Film auch geben, weil ich die ganze Zeit auf meinen Lieblingssatz gewartet hab und der nicht kam, stattdessen irgendein flacher Witz.

Kurzum: Wieder einmal ein Beispiel dafür, dass Bücher oftmals besser sind als die Filme dazu. Etwas mehr Spannung/Überraschung und Tempo hätten dem Film gut getan, davon abgesehen natürlich auch der Vorschlag von Allan, dass Stalin sich doch seinen Schnurrbart abrasieren sollte. Schade!

Kristina

Regisseur: Felix Herngren
Filmtitel:
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Erscheinungsjahrjahr: 2013

 

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Ein Gedanke zu “100 Jahre in knapp 2 Stunden

  1. Katrin schreibt:

    So sehr ich das Buch mochte: ehrlich gesagt hat mich schon der Trailer nicht sonderlich angesprochen. Verfilmungen (gerade wenn die Vorlage derart detailliert ist) sind eben eine ziemlich heikle Sache. Am besten finde ich dann noch jene Filme, die aus dem Buch etwas völlig Neues machen, indem sie andere Perspektiven bieten. Oder sie schaffen es, so gute erfundene Szenen einzubauen, dass es sich anfühlt, als wären die aus dem Buch (die man dann im Buch vergeblich sucht. 😀 )

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