Die beste Woche deines Lebens?

© Bild: Ilke, 2014

© Bild: Ilke, 2014

„Leb schnell, stirb jung!“ Adam ist verzweifelt, sein Leben scheint in Trümmern zu liegen. Dann steht er vor der Wahl, DIE neue Droge – Death – zu nehmen. Sie verspricht sieben Tage ohne Grenzen, den ultimativen Kick. Doch der Preis ist der Tod.

In naher Zukunft klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auf, die Regierung ist korrupt und die Wirtschaft am Ende. Die Zeloten, eine radikale Rebellengruppe, finden immer mehr Anklang bei der Bevölkerung. Der Leser wird gleich in die Geschichte geworfen, die noch recht positiv für den Protagonisten Adam aussieht. Doch von einem Tag auf den anderen läuft alles schief: sein Bruder stirbt bei Protesten und auf einer Party vergrault er seine Freundin. Im Moment der tiefsten Verzweiflung schluckt er die Droge Death. Eine Woche lang würde er sich großartig fühlen, und dann für immer verschwinden.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist schlicht gehalten, ohne viel Schnickschnack. Das Giftgrün des Titels und der Totenkopf auf der Kapsel geben einen guten Eindruck von dem, was einen erwartet. Der Text auf der Rückseite besteht nur aus einem kurzen Zitat, das dem Buch entnommen wurde. Der Klappentext verrät jedoch meiner Meinung nach etwas zu viel über die Geschichte. Als ich diesen Text zum ersten Mal las, dachte ich bereits, den Ablauf der Geschichte zu kennen. Trotzdem wollte ich es lesen, weil ich das Thema spannend finde und sehen wollte, ob mich das Buch überraschen kann.

Das hat es getan – die Geschehnisse waren nicht so vorhersehbar und logisch wie in meiner Vorstellung. Die Handlungen der einzelnen Personen fand ich manchmal nicht nachvollziehbar und sogar lächerlich. Ich regte mich über mehr als eine Entscheidung auf und brüllte die Person an, was für ein Idiot er oder sie doch sei. Und doch ergab jede dieser Handlungen auf verdrehte Weise auch Sinn. Als ich das Buch kaufte hatte ich gehofft, einen tiefen Einblick in die sich wandelnde Gefühlswelt von Adam zu erhalten und alle Dinge zu erleben, die er immer schon mal erleben wollte. Teilweise gelingt dies: Adam schwankt ständig zwischen Glück und Schmerz, Hoffnung und Verzweiflung. Doch muss er viele seiner negativen Gedanken fortschieben, um sich in der rasant entwickelnden und immer gefährlicher werdenden Handlung zurechtzufinden. Diese ist teilweise so an den Haaren herbeigezogen, dass man denkt, in Breaking Bad festzustecken. Der Autor wollte möglichst viele Facetten der Gefahren der Drogenszene einbauen und dabei auch die Gedanken und Gefühle der einzelnen Akteure schildern: Konsument, Dealer, Produzent etc. An sich eine gute Idee, doch gelang dies in den 345 Seiten nur oberflächlich. Weniger Aktion und mehr Tiefgang hätten der Geschichte gut getan. Auch konnte ich nicht fassen, wie viel Freude die Protagonisten an der Revolution und am Randalieren hatten. Aufgeregt hat mich ebenso das typische Klischee des verliebten, pubertierenden Mädchens, das alles für ihren Schwarm tut und ein Stück von sich selbst aufgibt.

Ich bin zwiegespalten über das Buch. Es hat mich gut unterhalten, war spannend und flüssig zu lesen und hat mich zum Nachdenken über Leben, Tod und die Wertigkeit beider gebracht. Manche Handlungsstränge fand ich allerdings enttäuschend. Auch das offene Ende gefiel mir nicht, denn es ließ mich unzufrieden und mit unbeantworteten Fragen zurück. Zur Geschichte allerdings passte es. Dinge, die im Laufe der Handlung angekündigt werden, bekommt der Leser nicht mit. Man steht da und weiß nicht, wie´s weitergeht. Man muss mit dem Erlebten/Gelesenen klarkommen und ist selbst für die Zukunft verantwortlich. Und das ist doch genauso, wie im richtigen Leben.

Ilke

Autor: Melvin Burgess
Buchtitel: Death, ab 14 Jahren
Übersetzung: aus dem Englischen von Kai Kilian
Verlag: Chicken House

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