Godzilla – Riesenechsen für Einsteiger

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© Foto: Karoline, 2014

Ja, ihr habt die Überschrift richtig gelesen. Der gute alte Godzilla flimmert wieder über die örtlichen Kino-Leinwände. Und auch diesmal werden wieder amerikanische Großstädte fast dem Erdboden gleich gemacht. Aber um eines hier gleich klarzustellen – diese Rezension widmet sich den Godzilla-Neulingen unter uns. Nicht den „Feuer und Flamme“-Fans, die jeden Film von der populären Echse gesehen haben.

Seit Jahrzehnten versucht der in Japan lebende Joe Brody (Bryan Cranston, Breaking Bad) den wahren Grund für den Einsturz seines Atomkraftwerks und dem damit einhergehenden Tod seiner Ehefrau und zahlreichen Angestellten herauszufinden. An die offizielle Erklärung der japanischen Regierung, dass es sich damals um ein Erdbeben gehandelt habe, glaubt er nicht. Als er mal wieder in die gesperrte Zone rund um das AKW eindringt, um Beweismaterial zu sammeln, wird er verhaftet. Bei seiner Entlassung aus der Polizeiwache wartet auf ihn auch schon sein einziger Sohn Ford Bordy (Aaron Taylor-Johnson, Kick-Ass), der sich durch die ewigen Hirngespinste seines Vaters von ihm distanziert hatte. Fords Ehefrau drängte ihn jedoch, seinen Vater nach Amerika zu bringen, damit er Bestandteil der neuen Familie werden könne.
Bei einem letzten gemeinsamen Vater-Sohn-Ausflug in die Sperrzone werden sie natürlich prompt geschnappt und dürfen dann mit eigenen Augen entdecken, dass das AKW durchaus noch in Betrieb ist. Sie sind auch live dabei, als der dort aus dem Boden ragende unbekannte Kokon aufplatzt und das männliche Muto (ein riesiges, sich von radioaktivem Material ernährendes Insekt) freigesetzt wird. Dadurch erklären sich dann auch die angeblichen Erdbeben, die einfach nur Klopfzeichen und Lockruf vom weiblichen und männlichen Muto sind. Die wollen sich dann auch schnellstmöglich zur Paarung in Amerika treffen (was für ein Zufall).

Spoiler-Beginn: Während des Ausbruchs aus dem AKW richtet das Muto das maximal mögliche Chaos an und verletzt nebenbei auch noch Vater Brody so schwer, dass er kurze Zeit später seinen Verletzungen erliegt. Ja, und hier haben wir dann den guten alten Hollywood-typischen Wink mit den Zaunpfahl (auch Plot-Point genannt), denn am Sterbebett schwört Ford seine Familie zu beschützen (und wahrscheinlich auch ein bisschen seinen Vater zu rächen). Spoiler-Ende


Was anschließend folgt, sind militärische Manöver der Amerikaner, um die Mutos unschädlich zu machen. Aber natürlich machen sie alles nur noch schlimmer, bis irgendwann endlich Godzilla aus seiner Versenkung auftaucht, um die Mutos zu bekämpfen und somit das Gleichgewicht der Welt wiederherzustellen.

Fazit: Tiefgründig ist dieser Film auf keinen Fall, aber dafür kann er mit guten Schauspielern und wirklich überragenden Special-Effects auftrumpfen. Sowohl die Rieseninsekten als auch Godzilla selbst sind sehr realistisch animiert. Ebenfalls beeindruckend sind die Verwüstungen der Städte, die fast wie eine reale Kulisse anmuten. Die Hintergrundmusik kann sich ebenfalls hören lassen. Sie hat zwar kein hervorstechendes Thema, jedoch kommt die komplette Orchestergewalt bei der Zerstörung der Städte zum Tragen. Überragend ist wieder einmal Bryan Cranston, der seine Rolle als halb wahnsinnig vor Kummer gewordener Vater so überzeugend und realistisch spielt, dass Szenen ohne ihn doch gleich viel emotionsloser wirken. (Na gut, die Amerikaner sehen das mit dem emotionalen Aspekt angesichts zerstörter Großstädte wohl etwas anders.) Gut finde ich auch, dass keine Kenntnis der früheren Godzilla-Verfilmungen nötig ist, sondern man sich auch ohne vorherigen Crash-Kurs berieseln lassen kann.
Definitiv ist Godzilla ein Kinofilm. Sound und Animation kommen auf der großen Leinwand und mit guter Anlage perfekt zur Geltung und erzeugen somit einen hohen Unterhaltungswert. Ich würde mir jedoch diesen Film genau aus den eben genannten Gründen nicht auf DVD kaufen, da der Filmgenuss auf dem heimischen Fernseher da bei weitem nicht mithalten könnte.

Spoiler-Beginn: Ein großer Kritikpunkt ist aus meiner Sicht, dass Joe Brody (alias Bryan Cranston) so früh das Zeitliche segnet. Das war für mich sehr unerwartet und enttäuschend. Gern hätte ich ihn länger gesehen. Auch finde ich, dass der Trailer eine größere Involviertheit seiner Person suggeriert, als sie dann letztendlich tatsächlich ist. Für mich eine unschöne Fehlleitung, die mich dazu animierte euch zu spoilern, damit ihr wisst, worauf ihr euch da einlasst. Spoiler-Ende

Wer sich nun noch einmal selbst ein Bild machen möchte, kann sich gern einen aktuellen Trailer anschauen.

Karoline

Regisseur: Gareth Edwards
Filmtitel: Godzilla
Erscheinungsjahr: 2014

 

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