Trommeln mit Herz und vollem Körpereinsatz

 

© Foto: Ilke, 2014

© Foto: Ilke, 2014

Yamato! Darunter konnte ich mir bisher nicht viel vorstellen. Ich wusste, es ist eine Show aus Japan und hat mit Trommeln zu tun. Naja, ganz nett, dachte ich. Bis mich die liebe Georgia als Begleitung zu der neuen Show Rojyoh mitnahm. Fein rausgeputzt gings zusammen mit Katrin und Vanessa in die Oper Leipzig, um uns die geballte Ladung fremdländischer Kultur reinzuziehen. Wir ahnten ja nicht, wie vielfältig und energievoll Trommeln tatsächlich sein kann.

Yamato ist ein Taiko-Ensemble, das 1993 von Masa Ogawa gegründet wurde und anfänglich aus vier Mitgliedern bestand. Die außergewöhnliche Performance der Künstler sorgte für einen schnellen Aufstieg und weltweite Bekanntheit der Gruppe. Seit 1998 tourt Yamato jährlich durch Europa. Auf Youtube gibt es eine offizielle Kostprobe zum reinhören und staunen.

Als kleine Einleitung der Show wurde ein Film gezeigt über die Anfänge von Yamato und die Leidenschaft, die die Mitglieder seit Beginn mit dem Trommeln verbinden: Es ist der Herzschlag der Welt. Die danach eintretenden ersten Trommelschläge ließen demzufolge sofort den Saal und das eigene Herz vibrieren. Es folgte eine atemberaubende Show, welche die Vielfalt der japanischen Trommelkunst zeigte, präsentiert in einer beeindruckenden Choreographie der Trommler. Die Musik wechselte zwischen schnellen und langsamen Rhythmen und sehr lauten und kaum wahrnehmbar leisen Trommelschlägen. Wo zuvor noch der Trommler mit voller Wucht auf die Taikos schlug, berührte er sie im nächsten Moment wieder zart und kaum vernehmbar. Ein Teil mancher Stücke bestand zudem aus Gesang und Flötenspiel.

Ein kleines Highlight des Abends war für mich das Schellenspiel. Wie in einem Wettkampf oder Fang-Spiel warfen sich drei der Mitglieder die erzeugten Töne zu oder luchsten sie sich wieder ab. Auch der gespielte Schau-Wettkampf der Trommlerfrauen gegen -männer war fantastisch. Dabei wurde nicht nur das Können der Mitglieder präsentiert, sondern auch die verschiedenen kleinen und großen Trommeln und die Zunahme der Tonstärken.

Sehr unterhaltsam fanden wir ebenfalls die Interaktionen mit dem Publikum. Es wurde dazu animiert, im Takt bzw. auf „Zuruf“ mitzuklatschen und man wurde somit selbst ein Teil der Show. Das lasche (Nicht-)Klatsch-Verhalten der Deutschen wurde dabei charmant auf die Schippe genommen. Das Ensemble gab sich allerdings nicht nur mit Gesten zufrieden. Zu Beginn und am Schluss wurden einige Worte des Dankes an das Publikum gerichtet, in deutscher Sprache und mit wunderbar japanischem Akzent.

Der Abend wird für mich noch lange in Erinnerung bleiben. Obwohl man nur wenige gesehen hat, die mit der Musik mitwippten und trommelten bin ich sicher, dass jeder die Energie von Yamato spüren konnte. Zum Abschluss gab es tosenden Applaus und Standing Ovations für das Ensemble. Und wem nach einigen Sekunden bis Minuten des Dauerklatschens schon die Hände weh taten, der fragte sich, wie es nur möglich ist, fast zwei Stunden mit vollem Körpereinsatz zu trommeln. Der Leistung und dem Können von Yamato kann man nur mit Respekt und Bewunderung begegnen.

Ilke

Band: Yamato – The Drummers of Japan
Showtitel:
Rojyoh
Erscheinungsjahr: 201
4

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3 Gedanken zu “Trommeln mit Herz und vollem Körpereinsatz

    • Georgia schreibt:

      Es war echt genial. Gleich am Anfang haben sie die Trommeln im Herzschlagrhythmus nun ja geschlagen und das hat sich sehr cool angefühlt.

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