Organisiertes Nerd-Singen

© Foto: Georgia, 2014

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Lasst euch von der pinken DVD-Hülle nicht abschrecken. Pitch Perfect ist, auch wenn man es anfangs nicht richtig glauben will, ein genialer Film. Packende Musik, verquere Charaktere und witzige Dialoge zwingen den Zuschauer sich den Film wieder und wieder anzuschauen. Nun sollt auch ihr in diesen Teufelskreis einsteigen.

Beca (Anna Kendrick) kommt frisch ans College und hat so gar keine Lust sich dort zu engagieren. Viel lieber würde sie nach L.A. gehen und dort zur Musikproduzentin aufsteigen. Früher hätte man sie einen Rebell geschimpft, heute heißt es, sie sei alternativ. Ihr Vater, einer der Professoren, macht mit der unmotivierten Beca daher folgenden Deal: Wenn sie sich einer Collegegruppe anschließt, wirklich versucht sich dort zu integrieren und dann immer noch keinen Gefallen am College findet, darf sie nach L.A. ziehen und ihren Traum verwirklichen. Durch diesen Deal landet sie bei der einzigen rein weiblichen A Capella-Gruppe am Campus – den Barden Bellas. Somit sind wir bei der Haupthandlung des Films angekommen: Die Barden Bellas kämpfen ab jetzt darum ins A Capella-Finale zu kommen. Wir treffen dabei auf eine zusammengewürfelte Mädchentruppe, die zunächst nur durch einen gemeinsamen Hang zur Musik und den Wunsch zu gewinnen verbunden ist. Wir lernen unter anderem den egomanischen Kontrollfreak Audrey, den dramatisierenden Rotschopf Chloe und die schlagfertige Fat Amy (Rebel Wilson) kennen. Hinzu kommen die anderen A Capella-Gruppen am Campus, an erster Stelle sind hier die Treblemakers zu nennen, quasi die Erzfeinde der Bellas. Für Beca kommt nun erschwerend hinzu, dass einer der Trebles doch eigentlich ganz süß ist.

Die Handlung klingt zugegeben recht bekannt und man erwartet einen dieser typischen, hirnrissigen Collegefilme. Irgendwie bekommt man den auch und doch so vieles mehr, denn Pitch Perfect ist einfach … anders. Auch wenn der Film keine Tiefe aufweist, sorgt er mit viel Witz und Charme für gute Unterhaltung. Die Charaktere schrammen teilweise an der Grenze zum Klischeehaften entlang, überschreiten diese aber nie. Sie sind singende Nerds und das ist in keinster Weise negativ gemeint, denn diese Nerds rocken die Bühne. Der Zuschauer fängt an die Bellas zu lieben, manchmal möchte man sie schlagen, wenn sie nicht ihr Potential ausschöpfen. Dann geschehen wieder wunderbar skurrile Szenen, bei denen man lachend am Boden liegt. Die Liebesbeziehung nimmt eine Nebenrolle in der Handlung ein, was den Film noch sympathischer macht, und ist ausnahmsweise nicht realitätsfremd. Hauptsächlich geht es darum zu lernen wie man als Team funktioniert, quasi gemeinsam den Ton zu treffen. Untermalt wird das Ganze von brillianten Coversongs und Mashups, die ich zum Teil besser finde als die Originale.

Pitch Perfect kann als Komödie mit Gesangseinlagen bezeichnet werden. Es macht unglaublich Spaß diesen Film zu schauen und man fühlt sich danach gut und flauschig. Ich kann nur sagen, ich freue mich schon jetzt auf nächstes Jahr, da gibt es nämlich den zweiten Teil. Auf der offiziellen Website könnt ihr euch noch mehr Infos holen und die Trailer ansehen. Durch Pitch Perfect wurde der Cup Song zum Kultsong und sehr oft, sehr gut gecovert. Ohne den Film wäre ich nie über dieses Lied gestolpert und das wäre wirklich schade, es ist nämlich ein gern gehörter Ohrwurm. Tatsächlich heißt das Lied You’re gonna miss me und ist von Lulu and the Lampshades. Hört einfach mal rein!

Georgia

Regisseur: Jason Moore
Filmtitel: Pitch Perfect
Erscheinungsjahr: 2012

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