Einmal Omelette mit Curry, bitte!

© Foto: Ilke, 2014

© Foto: Ilke, 2014

Ich liebe nicht nur Bücher, sondern auch Filme. Immer wieder gern gehe ich in die Sneak-Preview, bei der ein Überraschungsfilm einige Tage bis Wochen vor dem deutschen Kinostart gezeigt wird. So saß ich auch vor einigen Tagen gespannt im Kinosessel und wartete freudig auf den Titel. Als der Schriftzug langsam das Bild füllte, hatte ich sofort ein gutes Gefühl, denn der Trailer dazu hatte mir bereits sehr gefallen: Madame Mallory und der Duft von Curry.

Zu Beginn besitzt die Familie Kadam ein gut besuchtes Familienrestaurant in Indien, welches durch politische Veränderungen und Unruhen im Land zerstört wird. Sie müssen ihre Heimat verlassen und versuchen ihr Glück in Europa. Durch einen – mehr oder weniger glücklichen – Unfall landet die Familie in dem kleinen südfranzösischen Dorf Saint-Antonin-Noble-Val und lässt sich dort nieder. Doch nicht nur das: der Vater beschließt, entgegen dem Widerstand der restlichen Familie, ein leerstehendes Gebäude zu kaufen und ein indisches Restaurant zu eröffnen. Dies geschieht sehr zum Ärgernis von Madame Mallory, der Inhaberin des klassisch-französchen Restaurants der Haute Cuisine, das – wie sollte es auch anders sein – genau gegenüber liegt. Sie fühlt sich gestört durch die andersartige Musik und den allgegenwärtigen Geruch von Curry. Es entbrennt eine Fehde zwischen dem „Maison Mumbai“ und dem „Le Saule Pleureur“. Während die meisten Mitglieder der Familie Kadam auf ihre Traditionen bestehen, befasst sich der Sohn Hassan näher mit der französischen Küche. Zusammen mit der Souschefin Marguerite versucht er, die Kulturen einander näherzubringen. Mit Charme, kulinarischem Talent und einem ganz besonderen Omelette gelingt es ihm, Madame Mallory für sich zu gewinnen und bei ihr zu arbeiten. Seine Ausbildung ist damit jedoch noch lange nicht vorbei …

Lasse Hallström, der bereits bei den Adaptionen Chocolat und Das Leuchten der Stille Regie führte, wagte sich erneut an die Verfilmung eines Bestsellers. Die aktuellste Ausgabe von Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef ist im Piper Verlag erschienen. Das Buch habe ich noch nicht gelesen, so konnte ich den Film ganz ohne Erwartungen und Vorurteile genießen.

Es ist einer dieser Filme, bei denen man sich einfach wohlfühlt. Wie bei einem guten Gericht ist einfach von allem etwas dabei: ein wenig Drama, eine Handvoll Romantik, eine Messerspitze Action, und das Ganze serviert mit einer Prise Humor. Die Schauspieler sind meiner Meinung nach allesamt gut besetzt und glaubwürdig in ihren Rollen. Die Chemie zwischen den Darstellern passt hervorragend, sei es zwischen Hellen Mirren und Om Puri als rivalisierende Küchenchefs oder Manish Dayal und Charlotte Le Bon als Freunde, die sich langsam näherkommen. Die Musikuntermalung fand ich wunderschön – eine Mischung aus indischen und europäischen Klängen. Hier hat A. R. Rahman, der unter anderem die Filmmusik zu Slumdog Millionär komponierte, ganze Arbeit geleistet.

Über dem Film lag ein leichter, kulinarischer Hauch. Als Hassan seinen Koffer mit den geliebten indischen Gewürzen öffnete und bedacht Prise um Prise herausnahm, konnte ich fast das Aroma riechen; und die Gerichte machen Appetit auf mehr. Umso passender ist es, dass auf der Website zum Film auch gleich etliche Rezepte des Filmes veröffentlicht wurden. So kann jeder selbst dem unwiderstehlichen Duft von Curry erliegen.

Ilke

Regisseur: Lasse Hallström
Filmtitel: Madame Mallory und der Duft von Curry
Erscheinungsjahr: 2014

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2 Gedanken zu “Einmal Omelette mit Curry, bitte!

  1. Katrin schreibt:

    Mittlerweile habe ich übrigens das Buch „Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef“ gelesen. Ich muss zugeben, dass ich etwas enttäuscht war und mir die Handlung etwas anders vorgestellt hatte. Teilweise wirkte mir das alles zu biografisch/dokumentarisch – halt etwas zu kühl und distanzierend.
    Außerdem ging es nicht halb so viel um Essen, wie ich dachte. *seufz* Und auch Madame Mallory ist eigentlich nur eine kleine Station im Buch. Zwar prägt sie seine Laufbahn, aber im Kern geht es um seinen Werdegang zum Spitzenkoch. Das ist an sich nicht so verkehrt – trotzdem konnte ich mit dem Protagonisten und damit mit dem Buch leider nicht warm werden.

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