Samstagshäppchen: Eine Frau, viele Bücher und ein Todesfall

© Foto: Ilke, 2014

© Foto: Ilke, 2014

Ich habe zwar noch massig Titel bei mir auf dem Bücherstapel (gab es dazu nicht auch mal Artikel?!), doch keines davon wollte ich zu diesem Zeitpunkt lesen. So stöberte ich auf der Suche nach etwas Unterhaltung für Zwischendurch in einer großen Buchhandlung. Nach einiger Zeit und verschiedentlichem Reinlesen war klar: ein Buch über Bücher und eine Buchhändlerin sollte es sein. Es radelte also Die Buchhändlerin von Orvieto mit mir nach Hause, deren erste Zeilen mich schon schmunzeln ließen.

Eben jene Buchhändlerin namens Mathilde ist zu Beginn der Geschichte noch eine arbeits- und wohnungslose Mittvierzigerin auf der Flucht vor sich selbst. Stets ruhelos zog sie von einer italienischen Stadt zur nächsten, verweilte dort kurz und zog bald weiter. Nun verschlägt es sie also nach Orvieto; einem kleinen, idyllischen Städtchen. Zufällig entdeckt sie nur wenige Tage später eine hübsche Buchhandlung – und beschließt dort zu arbeiten. Der Inhaber ist zuerst nicht begeistert und schickt sie weg, doch Mathilde lässt ihren verzweifelt-freundlichen Charme spielen, und bereits am nächsten Tag beginnt sie ihr neues Leben als Buchhändlerin. Schon bald werden Mathilde und Professor Paolini gute Freunde. Eine neue Wohnung findet sie bei einer alten Bekannten des Professors. Und dann ist da noch Michele, Paolinis undurchsichtiger Neffe und aufstrebener Journalist. Zusammen mit Mathilde rollt er einen mysteriösen Todesfall auf, der die Stadt vor einigen Jahren erschütterte und bislang nicht gelöst werden konnte. Doch nicht jeder in Orvieto ist vom erneuten Herumstochern in der Vergangenheit begeistert. Es scheint vorbei mit der Idylle im Städtchen.

Der Roman ist von allem etwas: sanfter Wohlfühlroman mit romantischem Italienflair, aufflackernde Liebesgeschichte, geheimnisvoller Krimi; und immer eine Prise schwarzer Humor mit dabei. Obwohl ich die Protagonistin streckenweise unsympatisch fand und der Roman nicht so recht wusste, wohin er eigentlich will, hatte ich dennoch Spaß am Lesen. Besonders gut kam die Liebe der Autorin zur italienischen Provinz heraus, die Landschaftsbeschreibung kann man schon malerisch nennen. Letztendlich bekam ich genau das, was ich wollte: eine kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch.

Ilke

Autor: Valentina Pattavina
Buchtitel: Die Buchhändlerin von Orvieto
Verlag: List

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