Ziel: Weisshirschpark

© Foto: Georgia, 2014

© Foto: Georgia, 2014

In den Semesterferien bin ich im Regal meiner Schwester auf diesen Schatz gestoßen. Als die Tiere den Wald verließen ist eine Zeichentrickserie der BBC aus den 90ern, die ich als Kind geliebt habe. Auch jetzt hatte ich große Freude daran, sie nach langer Zeit mal wieder zu schauen. Die klaren Zeichnungen der Charaktere und die liebenswerten bis gereizten Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren gefallen mir heute genauso gut wie damals.

Bei den Tieren vom Thalerwald handelt es sich um die üblichen Verdächtigen: Fuchs, Dachs, Maulwurf, Eule, Kröte, Wiesel, Otter (die Schlange), Feldmaus, Turmfalke… Untereinander sprechen sich die Tiere auch mit eben diesen Namen an. Als der Fuchs in der ersten Staffel auf sein Weibchen trifft, heißt diese selbstverständlich Füchsin. Genauso wie die Namensgebung der Figuren, ist die Serie an sich wunderbar unkompliziert. Die Geschichte beginnt als der Mensch dem Thalerwald bereits erhebliche Schäden zugefügt hat. Das Erbauen von Wohnsiedlungen hat den Lebensraum der Waldbewohner stark dezimiert. Jetzt ist sogar die letzte Wasserquelle versiegt. Den Tieren ist klar, dass sie hier nicht länger bleiben können, wenn sie überleben wollen. So machen sie sich auf den Weg zum Weißhirschpark, einem geschützten Tierreservat. Da sich in der bunt zusammengewürfelten Truppe auch natürliche Fressfeinde befinden, legen alle einen Schwur ab: Sie werden sich gegenseitig helfen und kein Tier wird ein anderes aus der Gruppe fressen.

Auf dem Weg zum Weißhirschpark gilt es diversen Gefahren zu entkommen. Diese beginnen bei Waldbränden, ziehen sich über Fuchsjagden, Gewitter und enden bei dem größten Tierfeind – der Autobahn. Diese potentiell tödlichen Hindernisse liefern die Spannungskurve einer jeden Folge. Die Tiere versuchen gemeinsam sie zu überwinden und dem Ziel näherzukommen. Dabei entstehen ungewöhnliche Freundschaften und neue Mitstreiter kommen hinzu. Obwohl es sich um eine Kinderserie handelt, ist das Interessante daran, dass es nicht alle ans Ziel schaffen. Die Handlungsabläufe der ersten Staffel sind weniger spektakulär, das müssen sie aber auch nicht sein. Die reizenden Figuren sind einfach und unverkennbar gezeichnet und haben zum Teil witzige Gesichtsausdrücke. Einziges Manko: Manchmal stimmen die Proportionen nicht und die Feldmaus reicht dem Fuchs bis zur Schulter.

Die zweite Staffel spielt im Weißhirschpark. Fuchs und Füchsin ziehen ihren ersten Wurf groß und auch die anderen Tiere beschäftigen sich mit der Wahl eines Partners. Hierbei entstehen neue Freundschaften zwischen den Tieren vom Thalerwald und den Tieren, die schon länger im Park leben. Aber es kommt auch zu Streitereien. Hauptkonflikt in dieser Staffel ist die Beziehung der Rot- und Blaufüchse. Narbengesicht, der Vater der Blaufüchse, will den Park nicht mit den Rotfüchsen teilen, deshalb geraten er und Fuchs häufig aneinander. Das hält deren Nachwuchs jedoch nicht davon ab sich á la Romeo und Julia näherzukommen. Die Antagonisten der dritten Staffel sind zum einen wieder die Menschen, die im Park auf Tierfang gehen. Zum anderen haben es sich Ratten zum Ziel gemacht den Weißhirschpark zu übernehmen. Die liebgewonnenen Tiere sind damit beschäftigt die Ratten zu vertreiben und ihre gefangenen Gefährten zu befreien. In diesen zwei Staffeln ist die Handlung komplexer als in der ersten. Die neuen Charaktere sind zum Großteil genauso bezaubernd wie die alten. Vor allem die Fuchskinder und ihre Beziehungen zu ihren Geschwistern und dem anderen Rudel haben es mir angetan. Zumal sie (im Gegensatz zu ihren Eltern) so hübsche Namen wie Anmut und Träumerin haben.

Da ich ja mittlerweile in der Lage bin, die Serie auf Englisch zu schauen, habe ich das natürlich getan. Obwohl mir die deutsche Synchronisation durch meine Kindheit ans Herz gewachsen ist, ist die Serie im Original unheimlich hörenswert, da alle Tiere einen britischen Akzent haben. Als die Tiere den Wald verließen beruht auf der gleichnamigen Buchreihe von Colin Dann. Die komplette Serie hat drei Staffeln mit insgesamt 39 Folgen á 25 Minuten. Sie sind somit eine angenehme Ablenkung für Zwischendurch. Wenn ihr mehr erfahren wollt, kann ich euch diese ausführliche Fanseite empfehlen.

Georgia

Erschaffen von: Philippe Leclerc, Elphin Lloyd-Jones
Serientitel: Als die Tiere den Wald verließen
Ausgestrahlt: 1993 – 1995

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5 Gedanken zu “Ziel: Weisshirschpark

  1. Kathrin schreibt:

    Oh, da werden Erinnerungen wach! Die Serie habe ich so geliebt. Die zugehörige Zeitschrift damals habe ich ebenfalls gerne durchgeblättert. Schade, dass die Serie heute nicht mehr im TV ausgestrahlt wird – ich mochte die Botschaften, die vermittelt wurden und dass die Tiere nicht zu vermenschlicht wurden (also zum Beispiel keine Kleidung trugen, wie das ja häufig bei Serien ohne menschliche Hauptfiguren der Fall war/ ist).

    Hast du zufällig auch die Buchreihe gelesen? Die steht bei mir nämlich noch auf der Wunschliste und ich kenne bislang leider niemanden, der sie gelesen hat und mir Eindrücke vermitteln könnte.

    • Georgia schreibt:

      Oh mein Gott, stimmt, die Zeitschriften hatten wir auch. Da waren doch auch Mal- und Bastelvorlagen für die Tiere drin, wenn ich mich recht erinnere.

      Meine Schwester hat auch die Bücher, ich hab sie aber noch nicht gelesen. Ich wollte dazu eine Rezension schreiben, kann aber noch nicht sagen, wann ich Zeit haben werde die Reihe zu lesen. Vielleicht kann sich meine Schwester noch erinnern, wie sie die Bücher fand. Ich werd sie beim nächsten Telefonat mal fragen.

  2. Kathrin schreibt:

    Das hat ja auch keine Eile 🙂

    Ich bin momentan noch auf der Suche nach einer kompletten Ausgabe. Irgendwie finde ich bei den deutschen Übersetzungen immer nur den ersten Band. Bei den englischsprachigen gibt es zwar alle Bände, aber zum Teil aus unterschiedlichen Verlagen und ich habe Reihen gerne am liebsten aus der gleichen Edition im Regal stehen. Das heißt also: Bis ich die Bücher haben werde, wird auch noch etwas Zeit vergehen 😉

  3. Desirée Löffler schreibt:

    Ich habe sie gelesen, zumindest die ersten drei oder vier Bände. Mir haben sie unglaublich gut gefallen, ich habe sie direkt zweimal hintereinander gelsen – aber da war ich halt auch erst elf oder zwölf. Ich würde also eine vorsichtige Empfehlung aussprechen.

  4. Georgia schreibt:

    Das klingt doch schonmal gut. Meine Schwester meinte, dass sie die Bücher auch sehr gern gelesen hat. Es gibt wohl in der Serie diverse Kürzungen im Vergleich zum Buch und einige Tiere wurden ausgetauscht. Die Eule ist wohl im Original ein Waldkauz und den Turmfalken gibt es nicht(?), solche Sachen. Aber sie findet, dass beides seinen Reiz hat.

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