Das Gefühl in einem Pinselstrich

Barakamon

© Bild: Funimation

Nachdem ich meinen Einstieg in die Welt der Manga gemeistert hatte, folgte natürlich der nächste Gedanke: Das gibt es ja auch bewegt. Und in Farbe! Also ging es unerschrocken weiter mit der Endeckung der Welt des Anime. Auf dieser Reise stolperte ich über Barakamon. Ein typischer Anime ist es vielleicht nicht, stören lassen sollte sich davon allerdings niemand.

Der Kalligraf Seishu Handa ist zwar ein noch sehr junger, aber schon erfolgreicher Künstler. Als seine Arbeit von einem angesehenen älteren Kurator bei einer Ausstellung als zu unoriginell kritisiert wird, vergisst er sich und wird handgreiflich. So schickt ihn sein Vater auf die Goto-Inseln, damit er sich weiterentwickeln kann.

Zurück nach Tokyo soll er erst kommen, wenn er in der Lage ist sich aufrichtig für sein Verhalten zu entschuldigen. Eine Sache, die bei ihm etwas länger dauern könnte. So kommt er aus der Metropole in ein eher abgeschiedenes Dorf in einer ihm fremden Umgebung. Kaum angekommen stellt sich heraus, dass sein Haus von einigen Kindern des Dorfes als Treffpunkt genutzt wird. Trotz großer Mühe lassen sie sich nicht vertreiben. Mit der engen Gemeinschaft und den lebhaften Kindern kann der eher eigenbrötlerische Seishu zunächst gar nichts anfangen. Mangels anderer Möglichkeiten freundet er sich eher widerwillig mit ihnen an, nimmt an ihrem Leben teil und findet seine Platz im Dorf. Langsam aber stetig gewöhnt er sich an die Eigenheiten des Landlebens und beginnt sich zu verändern.

Es macht eigenartig glücklich und zufrieden, Seishu bei dieser Veränderung zu begleiten. Man fällt mit ihm gemeinsam in die neue Welt und amüsiert sich köstlich über seine Missgeschicke. Da ist der Dialekt der Dorfbewohner, den er schwer versteht, der fehlende Komfort, der ihn in Wahnsinn treibt und natürlich die Kinder Naru, Miwa, Tamako und Hiroshi. Sie verwickeln ihn immer wieder erfolgreich in ihre Pläne oder schleppen ihn zu Inselveranstaltungen. Besonders die sechsjährige Naru unterbricht ihn wieder und wieder mit ihren Spielen bei der Arbeit.

Die Erzählung hat einen angenehmen Rhythmus und die einzelnen Episoden sind meist in sich abgeschlossene Geschichten. Seishus Handy geht kaputt, sein Agent kommt ihn besuchen und hat seinen Rivalen im Schlepptau oder er muss sich entscheiden, welches Werk er denn nun für den nächsten Wettbewerb einreichen soll. Von albernen Situationen bis hin zu sehr berührenden Momenten meistert die Serie das Geschichtenerzählen, ohne dabei überdreht zu wirken oder ungeschickt auf die Tränendrüse zu drücken. Die Protagonisten entwickeln sich glaubwürdig weiter und es fällt dankenswerterweise nie ein Allheilmittel für alle Probleme vom Himmel.

So geht man aus jeder Geschichte mit einer gewissen Wohligkeit heraus und freut sich doch schon auf die nächste Episode. Sollten die 12 Episoden nicht genug sein oder einen erst richtig auf den Geschmack gebracht haben, bleibt noch die Mangavorlage, die bis jetzt auf Japanisch, Englisch und Französisch erschienen ist.

Bettina

Erschaffen von: Satsuki Yoshino, Masaki Tachibana
Serientitel: Barakamon
Ausgestrahlt: 2014

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3 Gedanken zu “Das Gefühl in einem Pinselstrich

    • Bettina schreibt:

      Die Serie bedient dieses Bedürfnis nach dem zufriedenen Gefühl ganz wunderbar und ist dabei nicht langweilig oder gestreckt. Von der Geschichte her ist es vielleicht „Willkommen bei den Sch’tis“ ähnlich nur …. japanischer (?)

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