I’ll Be There for You

© Foto: Miriam, 2015

© Foto: Miriam, 2015

Ich habe mittlerweile von mehreren Personen aus meinem Freundeskreis erfahren, dass sie Friends zwar kennen, aber noch nie gesehen haben – was für eine Schande! Zumindest meiner Mitbewohnerin konnte ich die Serie inzwischen schon näher bringen (wir sind momentan bei Staffel 4). Also dachte ich mir, es gibt bestimmt noch mehr Leute, die noch nie eine Folge gesehen haben. Außerdem hat mich das wiederholte Anschauen wieder ganz neu von der Serie begeistert. Deswegen gibt es heute eine Rezension zu einem Klassiker aus den 90ern.

Ich persönlich finde es immer etwas schwierig eine komplette Serie zu rezensieren ohne zu spoilern. Deswegen beschränke ich mich auf eine Beschreibung der Hauptcharaktere und des Kerninhalts von Friends. Im Prinzip geht es um eine Gruppe von Freunden, die zu Beginn der Serie Mitte 20 sind, und darum wie jeder von ihnen sein Leben allein und miteinander meistert. Die Clique besteht aus drei Frauen und drei Männern.

Rachel Green hat ihren ersten Auftritt in einem Hochzeitskleid, sie hat nämlich gerade ihren Verlobten Barry vor dem Altar stehen gelassen. Unzufrieden mit ihrem bisherigen Leben, will sie jetzt endlich die Verantwortung für sich selbst übernehmen. Das ist gar nicht so einfach, wenn man bislang die verwöhnte Prinzessin war. Doch Rachel besitzt zudem ein gutes Herz und ist bereit sich weiter zu entwickeln. Sie zieht bei ihrer ehemaligen Schulfreundin Monica ein und arbeitet als Kellnerin im Central Perk, dem Stammcafé der Clique. Monica Geller ist Köchin und eine neurotische Ordnungsfanatikerin. Sie träumt von einem eigenen Restaurant, hat aber zurzeit eher Pech im Job und auch in der Liebe. Obwohl sie sehr penibel ist, geht es in diesen Lebensbereichen bei ihr eher chaotisch zu. Eigentlich müssten die Männer bei einer so attraktiven und cleveren Frau doch Schlange stehen.

Phoebe Buffay ist Monicas ehemalige Mitbewohnerin, die deren Ordnungsfimmel nicht mehr ausgehalten hat. Sie kommt aus eher schwierigen Familienverhältnissen, die Probleme und Herausforderungen aus diesen ziehen sich durch diverse Staffeln. Phoebe ist Masseurin, Hobby-Gitarristin, Vegetarierin und hat einen leichten Hang zur Esoterik. Ihre verqueren Kommentare sorgen immer für Unterhaltung. Auch wenn oder gerade weil sie etwas abgedreht ist, ist sie ein unheimlich liebenswerter Charakter. Ross Geller ist Monicas Bruder und frisch geschieden, da seine Ex-Frau ihre lesbischen Tendenzen entdeckt hat. Er arbeitet als promovierter Paläontologe in einem Geschichtsmuseum. Gerne stellt er sein umfangreiches Wissen in diesem Bereich zur Schau, seine Freunde langweilt er jedoch damit eher. Ross ist sehr intelligent und im Grunde seines Herzens ein hoffnungsloser Romantiker, der schon seit Schulzeiten in Rachel verliebt ist.

In der Wohnung gegenüber von Monica und Rachel leben die Junggesellen Joey und Chandler. Joey Tribbiani ist ein momentan wenig erfolgreicher Schauspieler und ein wahrer Casanova. Seine zweite Leidenschaft neben hübschen Frauen ist Essen in allen Variationen. Manchmal steht dieses auch vor den Frauen, Joey ist da recht unentschlossen. Er verfügt über viel Witz und Charme, wenn er auch nicht der Intelligenteste ist. Seine zum Teil dümmlichen Kommentare sorgen für unterhaltsamen Slapstick, da sie authentisch wirken und Joey nichts an Sympathie einbüßt. Chandler Bing ist nicht nur Joeys Mitbewohner, sondern auch sein bester Freund. Er ist Gelegenheitsraucher und der personifizierte Sarkasmus. Keiner weiß genau was er beruflich macht, möglicherweise irgendetwas mit Software. Sicher ist nur, dass er seinen Job hasst. Eigentlich ist Chandler ein echter Freund, der seine Unsicherheit hinter trockenem Humor versteckt.

Die Gemeinsamkeiten und vor allem die Unterschiede der einzelnen Charaktere ergänzen sich hervorragend und sorgen für eine Clique, deren Mitglieder teilweise sehr verschieden sind und die sich trotzdem verstehen und füreinander einstehen. Im Verlauf der Serie wechseln sie ihre Anstellungen und ihre Beziehungspartner. Sie sind auf der Suche nach dem Arbeitsplatz beziehungsweise den Job, der sie erfüllt und den sie durchziehen wollen. Auch halten sie Ausschau nach dem Partner mit dem sie alt werden können. Einige von ihnen mehr, andere weniger intensiv. In der Serie geht es um die Veränderungen, die jeder in seinen 20ern erlebt. Es geht um das Auf und Ab der eigenen Karriere und der romantischen Beziehungen, die man eingeht. Die einzige Konstante in diesem Durcheinander sind Freunde, die wirklich guten Freunde. Die Erfinder der Serie haben das sehr gut auf den Punkt gebracht:

„[…]Es geht um Freundschaft, denn wenn du jung und allein in der Stadt bist, dann sind deine Freunde deine Familie.“

Wettbewerbspräsentation Friends, Marta Kauffmann, David Crane

Dieses Zitat beschreibt den Kerninhalt von Friends perfekt und ist der Grund warum mich die Serie heute noch mehr als früher in ihren Bann gezogen hat. Mittlerweile bin ich auch in meinen 20ern und kann mich so gut mit den Figuren, Problemen und Situationen identifizieren. Ich kenne die Ängste, die man im Zusammenhang mit seiner Karriere durchlebt. Seine Freunde als Familienersatz zu sehen, weil sie einfach in der Nähe sind und einen so gut verstehen, kann ich absolut nachvollziehen. Ich weiß jetzt, wie viel Spaß es macht mit seiner besten Freundin zusammenzuwohnen. Die Handlung geht mir einfach viel näher als zu meiner Jugendzeit. Hinzu kommt, dass mich die Serie sehr oft in schallendes Gelächter ausbrechen lässt.

Friends umfasst 236 Folgen in 10 Staffeln. Eine Folge dauert etwa 22 Minuten. Viele bekannte Schauspieler und Stars hatten Gastauftritte in der Serie, beispielsweise tauchten Bruce Willis, Robin Williams, Reese Witherspoon und Lionel Richie auf, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Das Titellied, das sich durch alle Staffeln zieht, hat meiner Meinung nach mittlerweile Kultstatus erreicht. Schaut euch die Serie an, auch wenn das ein längeres Projekt wird, ihr werdet es nicht bereuen.

Georgia

Erschaffen von: Marta Kauffman, David Crane
Serientitel: Friends
Ausgestrahlt: 1994 – 2004

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11 Gedanken zu “I’ll Be There for You

  1. Kathrin schreibt:

    Was habe ich „Friends“ geliebt ❤ Chandler war dabei mein absoluter Lieblingscharkter.

    Ich staune auch immer, dass es tatsächlich Leute gibt, die "Friends" nicht kennen bzw. nie gesehen haben, v.a. da die Serie ja in den letzten Jahren sogar mehrfach im TV wiederholt wurde. Ich hatte vor ein paar Jahren mal den Titelsong als Klingelton. Eine Bekannte kommentierte das mit einem abwertenden Blick und der Aussage: "Was hast du denn da für einen komischen Song?" Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte ob ihrer Unkenntnis und mein Friends'sches Weltbild wurde erschüttert. Schön daher, zu sehen, dass es noch immer Liebhaber der Serie gibt und du noch einmal auf "Friends" aufmerksam machst 🙂

    • Georgia schreibt:

      Ja, ich war wie gesagt auch sehr schockiert. Friends ist ein fester Bestandteil meiner Jugend und Popkultur.
      Ich kann mich bei den Charakteren so schlecht entscheiden, Chandler mag ich auch sehr gerne. Aber ich glaube meine Favoriten sind Joey und Phoebe 😀

      • Kathrin schreibt:

        Zu Joey fand ich irgendwie nie einen Zugang, aber Phoebe war wirklich genial. 😀 Das Schmuddelkatz-Lied ist noch ein unvergessenes Highlight (Mist, jetzt hab ich wieder einen Ohrwurm). Ganz klasse fand ich auch ihre Reaktion in der allerersten (?) Folge auf die Frage, ob sie helfen könne: „Oh, ich wünschte, ich könnte, aber ich will nicht.“ Hach, da werden Erinnerungen wach.

  2. Melanie schreibt:

    Huhu Georgia,
    Friends ist immernoch eine meiner Lieblingsserien! Was habe ich das „Central Perk“ geliebt! 🙂
    Finde es auch befremdlich, dass viele die Serie noch nie geschaut haben, ein Muss! 🙂
    LG Melli

  3. bullion schreibt:

    Welch schöner Eintrag zu einer meiner absoluten Lieblingsserien. Ist bisher wohl auch die einzige Show, die ich bestimmt schon 3x komplett gesehen habe. Damals vor ca. 10 Jahren, als die DVDs (die Boxen, die man bei dir auf dem Bild sieht) gerade aktuell waren, hatte man ja auch noch wenig Alternativen, was TV-Shows im O-Ton auf DVD angeht. Hach, toll! Am liebsten würde ich auch einmal wieder reinschauen…

    • Georgia schreibt:

      Oha, bei Serien bin ich selten ein Wiederholungstäter. Friends war bei mir auch schon länger her, da habe ich eher vereinzelte Folgen gesehen. Aber Serien komplett durchzuschauen, das passiert nicht so häufig.

  4. Stefan schreibt:

    Kleiner Tipp: Friends unbedingt im Original anschauen. Die deutsche Synchro ist teilweise sehr schlecht und es geht viel Humor verloren.

    • Georgia schreibt:

      Wie leider bei so vielen Serien. Ich weiß noch wie ich mich aufgeregt habe, dass sie „Little Women“ wortwörtlich mit „Kleine Frauen“ übersetzt haben.

  5. Desirée Löffler schreibt:

    Öhm – da muss ich mich outen: Ich habe Friends nie gesehen, obwohl ich eigentlich gerne und oft Fernsehserien gucke. Aber der laugh-track hat dafür gesorgt, dass ich nicht über die erste Folge hinaus gekommen bin. Dabei hatte ich mir die erste Staffel sogar gekauft! Aber bei so viel Begeisterung, muss ich vielleicht doch nochmal reinschauen.

    • Georgia schreibt:

      Beim erneuten Anschauen hat mich das zunächst auch genervt. Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt und bekomm es gar nicht mehr so mit. Aber dieses Manko haben auch ein paar Freunde angesprochen.
      Ich hoffe, dass du dich dennoch zu einem zweiten Versuch hinreißen lässt 🙂

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