Samstagshäppchen: Werde König der Südsee

© Foto: Katrin, 2015

© Foto: Katrin, 2015

Meine Spielgefährtin Katrin hatte mich vor einiger Zeit mit dem Carcassonne-Universum bekannt gemacht – ach, was sag ich, infiziert! Ja, Universum, denn Carcassonne ist schon längst viel mehr als ein Spiel; es gibt davon zahlreiche Erweiterungen und eigene Versionen. Ich wurde süchtig. Und dann spielten wir gemeinsam Carcassonne Südsee. Seitdem baue ich im Kopf Bananenplantagen zusammen.

Das Spielprinzip ist einfach: Zug um Zug legen die Spieler verdeckte Landschaftskarten passend zu den bereits gelegten Teilen aus. Auf diese Weise entsteht eine Landschaft aus Inseln, Stegen, Marktplätzen und Fischereigründen/Meeren. Auf die gerade gelegte Karte kann der Spieler einen seiner Insulaner, ein kleines Holzmännchen, setzen und diesen Landschaftsteil für sich sichern. Hat er eine Insel, einen Steg oder einen Fischereigrund abgeschlossen erhält er die Waren, die dieser abwirft. Auf den Inseln wachsen Bananen, auf den Stegen liegen Muscheln und im Meer schwimmen Fische. Mit den eingesammelten Waren beliefert man Schiffeplättchen und bekommt dafür Punkte – abhängig von Menge und Art der Güter. Kann der Spieler einen Marktplatz fertig stellen, also mit neun Karten umschließen, darf er sich sofort das Schiffeplättchen mit dem aktuell höchsten Wert schnappen.

Diese Punktesammlung über Umwege erhöht den taktischen Anteil im Spiel. Bei vielen gezogenen Landschaftskarten muss der Spieler nun länger und weitreichender überlegen, wo er sie anbringt: Will ich lieber die Fische sofort abgreifen oder eher meine Insel vervollständigen, um dann mehr Bananen zu bekommen. Aber wird die Insel je fertig? Die Fische habe ich gleich und kann sofort ein Schiff beliefern. Nehme ich lieber das Schiff mit mehr Punkten oder das mit besserem Tauschverhältnis? Gleichzeitig sieht man auch nicht, wieviele Punkte die Mitspieler bereits haben (es sei denn, man zählt im Kopf mit). Obendrein besitzt das Spiel einen gewissen Glücksfaktor. Man weiß nie, welche Karte man zieht und ob sie mit dem momentanen Plan zusammenpasst. Oft verbaut ein anderer Spieler auch die eigenen Möglichkeiten und man bekommt seine Insel vielleicht vor Spielende nicht mehr fertig. So kann es sein, dass die Bananenernte ausfällt, auf die man doch so dringend gehofft hatte.

Die Spielgestaltung finde ich wunderschön, schon beim Anschauen der Karten und kleinen Holzfigürchen kommt Fernweh auf. Mit den vielen Fischen, Muscheln und Bananen kann man außerdem in den Wartepausen Gesichter oder ähnliches legen. Ein Spiel im Spiel sozusagen. Allerdings finde ich schade, dass sich die großen Waren (die 3 Waren zählen) von den kleinen nicht sonderlich unterscheiden, der Größenunterschied ist meiner Meinung nach zu klein.

Ich werde einfach nicht müde, diese Carcassonne-Version zu spielen. Es ist das erste Spiel der Reihe Carcassonne Around the World. Der Spieleverlag Hans im Glück hat einen hübschen kleinen Trailer erstellt, der sofort zum spielen anregt.

Gönnt euch Urlaub, schaltet ab – auf in die Südsee!

Ilke

Autor: Klaus-Jürgen Wrede
Illustrator: Harald Lieske
Titel: Carcassonne Südsee
Verlag: Hans im Glück
geeignet: ab 7 Jahren, für 2 – 5 Spieler

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9 Gedanken zu “Samstagshäppchen: Werde König der Südsee

  1. Kathrin schreibt:

    Willkommen bei den Carcassonne-Junkies 😀 Ich wurde auch vor ein paar Jahren mit dem Virus infiziert und hier stapeln sich einige Versionen. Auch nach hunderten von Partien macht das Spiel noch immer Spaß. Lediglich das neuste Spiel „Goldrausch“ hat mich nicht so überzeugen können – aber halb so wild in Anbetracht der vielen anderen spielenswerten Ausgaben. 😉

  2. Ilke schreibt:

    Hihi, vielen Dank. „Goldrausch“ hab ich noch nicht gespielt, aber auch nicht so viel Gutes davon gehört. Neben der Originalversion von Carcassonne kenne ich noch „Jäger und Sammler“, das ist auch nicht schlecht.

    • Kathrin schreibt:

      Jäger und Sammler war wiederum mir noch völlig unbekannt. Mal schauen, ob sich das mal auf einer Spielemesse anspielen lässt 😀

      Wir haben neben Südsee und dem Original noch Mayflower. Das finde ich persönlich nicht schlecht, aber auch nicht so unterhaltsam wie die anderen – hier wird man beim Anlegen sehr eingeschränkt, das man bestimmte Bereiche während des Spielverlaufs nicht mehr nutzen kann.

      • Katrin schreibt:

        „Jäger und Sammler“ finde ich auch nicht schlecht – da es recht nah am Original ist. Zwar gibt es keine Klöster, aber dafür Zusatzkärtchen für die Wälder. Größter Unterschied ist wohl, dass es nicht so berechenbar ist wie das Original, denn kaum ein Teil gibt es zwei Mal. Langfristig planen kann man deshalb bei den Wäldern nicht, sondern eher in Bezug auf die Flüsse und vor allem die zu jagenden Tiere (ähnlich wie die Wiesen-Wertung im Original). 🙂 Das Spiel gibt es aber wohl höchstens noch gebraucht zu kaufen.

  3. jaytiii schreibt:

    Ich mag Carcassonne auch total gerne. Diese neue Version kenne ich noch nicht, gefällt mir aber rein optisch schon total. 🙂 Wenn dir das Spiel gefällt, wirs du bestimmt auch das Spiel Cacao mögen. 🙂

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