Der Silberstreif am Horizont

© Foto: Georgia, 2015

© Foto: Georgia, 2015

Meistens verzichte ich darauf mir Tragikomödien anzuschauen, aber bei bestimmten Filmen lasse ich mich doch dazu hinreißen. Silver Linings hatte ich mir damals im Kino angesehen, weil mich Jennifer Lawrence immer sehr begeistert und mir der Trailer gut gefallen hat. Ich weiß noch, wie außergewöhnlich ich diesen Film fand und dass ich mit einem flauschigen Gefühl aus dem Kino raus bin. Natürlich habe ich ihn mir direkt nach Verkaufsstart als DVD angeschafft. Kürzlich ist mir der Film wieder in die Hände gefallen und hat mich beim erneuten Anschauen einmal mehr mitgerissen.

Pat wird nach acht Monaten aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen. Er wurde dort eingeliefert nachdem er den Liebhaber seiner Ehefrau krankenhausreif geschlagen und man bei ihm eine bipolare Störung festgestellt hat. Da er im Zuge dessen nicht nur seine Frau sondern auch sein Haus verloren hat, zieht er wieder bei seinen Eltern ein (Robert De Niro gibt einen wunderbar neurotischen Vater). Seit Beginn seiner Therapie hat Pat eine positive Lebenseinstellung gewonnen und sucht in jeder Situation nach dem Silberstreif. Gerne möchte er seiner Frau beweisen, dass er ein anderer, besserer Mensch und Ehemann geworden ist. Dummerweise besteht gegen ihn eine gerichtliche Verfügung, die ihm untersagt sich seiner Frau zu nähern. Der Silberstreif erscheint Pat durch die Einladung zum Abendessen bei Freunden. Dort lernt er die junge Witwe Tiffany kennen, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet. Als Bekannte seiner Frau erklärt Tiffany sich bereit dieser einen Brief von Pat zu übermitteln. Aber daran knüpft sie eine Bedingung: Pat muss als ihr Tanzpartner bei einem Wettbewerb auftreten.

In der folgenden Handlung sehen wir, wie Pat und Tiffany miteinander und mit ihren jeweiligen Krankheiten umgehen. Das ist an manchen Stellen sehr humorvoll, an anderen sehr deprimierend. Weiterhin stellt man fest, dass auch im Freundes- und Familienkreis der beiden noch einiges im Argen liegt. Aber auch wenn ich teilweise von einigen Ausbrüchen der Figuren schockiert war, hat mir der Film ein eher seichtes Gefühl vermittelt, vor allem durch den Humor und die Happy-End-Mentalität.

Tatsächlich sehe ich den Film eher weniger als Tragikomödie. So richtig ist er aber auch keine Romantikkomödie, eher ein Zwischending. Natürlich wird durch die psychischen Krankheiten der Hauptfiguren ein ernstes Thema angeschnitten und ich musste einige Mal schwer schlucken, aber dennoch ist es unterm Strich ein durchaus positiver Film. Ich finde zwar, dass das Ende nicht realitätsnah ist, aber ein anderes hätte ich auch nicht akzeptiert. Hinzu kommt, dass Bradley Cooper und Jennifer Lawrence zwei sehr attraktive und talentierte Schauspieler sind, die eine wunderbare Chemie miteinander haben. Sie haben Pat und Tiffany als zwei liebenswerte Charaktere dargestellt, denen man wünscht, dass sie wieder glücklich werden.

Der Film wurde für acht Oscars nominiert und Jennifer Lawrence erhielt den Oscar für die Beste Hauptdarstellerin. Silver Linings beruht auf dem gleichnamigen Roman von Matthew Quick. Ich habe ihn nicht gelesen und habe es auch eigentlich nicht vor. Meistens können Romanverfilmungen einfach nicht mit der Vorlage mithalten und ich möchte mir den Film ungern dadurch madig machen. Für mich ist er ein kleines Meisterwerk und soll es auch bleiben, damit ich ihn wieder anschauen kann, wenn ich mich gut fühlen will.

Georgia

Regisseur: David Russell
Filmtitel: Silver Linings
Erscheinungsjahr: 2012

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2 Gedanken zu “Der Silberstreif am Horizont

  1. Cara schreibt:

    Ich mag den Film auch sehr gerne. Vor allem die Szene im Diner als sie vollkommen ausrastet fand ich richtig super! 🙂

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