Samstagshäppchen: James Bond war gestern – jetzt kommt Archer!

wpid-20150703_132135-1.jpg

© Foto: Karoline, 2015

Ein gestählter Körper, eisblaue Augen und ein hautenger schwarzer Pullover – so kommt mein neuster Lieblings-Comic-Held daher. Sterling Archer ist Top-Agent von ISIS (International Secret Intelligence Service) und ein Playboy – mit einer verhängnisvollen Leidenschaft für Edel-Prostituierte und Sex-Spielchen mit Tischtennisschlägern. Um ihm die lästigen Alltagssorgen vom Leib zu halten, hat er seinen treuen Butler Woodhouse, der von ihm weniger als Mensch denn als Haustier betrachtet wird. Das Leben könnte also sooo schön sein… Wenn da nicht seine Mutter und Chefin von ISIS wäre, die ihm täglich die Hölle heiß macht und ihn gerne mit Kindheitsgeschichten vor der ganzen Belegschaft blamiert. Und da wäre auch noch seine Ex-Freundin und Kollegin Lana Kane, eine kurvenreiche mokkafarbene Top-Agentin, die eine Schwäche dafür hat, ihm aus Frust in den Fuß zu schießen. Der Trennungsgrund war übrigens (wie soll’s auch anders sein) seine Mutter.

In jeder der zehn bis 13 Folgen pro Staffel haben die Agenten einen Geheimauftrag zu bewältigen und kommen sich dabei ständig (mal mehr, mal weniger angezogen) in die Quere. Eher durch Zufall als Können kommen sie bei den Missionen immer glimpflich davon. Was in keiner Folge fehlen darf, sind bissige Kommentare, irre komische Rückblendungen und sexistische Anspielungen zwischen dem Dreiecksgespann Stirling – Lana – Mutter Malory.

Unglaublich gut gelungen und in die Story eingeflochten sind auch die Büroangestellten – von Malory liebevoll Drohnen genannt. Dazu zählt Malorys potente Sekretärin Cheryl alias Carol alias Cristal alias Carina, die eine sexuelle Vorliebe für Würgespielchen hegt und gern ihren Namen wechselt. Der biedere Buchhalter Cyril Figgis ist wohl dank seines großen besten Stücks und weniger wegen seiner Klettigkeit der neue Freund von Lana Kane geworden. Die Personalerin Pam wiederum hat einen stark ausgeprägten Hang zu Süßigkeiten und Lästereien – bevorzugt über die privaten Probleme der Mitarbeiter.

Diese Kombination aus ziemlich gestörten Persönlichkeiten und Schicksalen, die permanent miteinander verwoben werden, macht Archer so urkomisch und sehenswert. Trotzdem möchte ich noch einmal betonen, dass diese Serie  über wirklich kranken, sadistischen, politisch inkorrekten Humor verfügt und daher nichts für zarte Gemüter und auch nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Selbst mir waren einige wenige Sprüche zu derb. Sehr ansprechend finde ich den Zeichenstil, obwohl ich nicht einmal genau sagen kann wieso. Daher könnt ihr euch gern anhand dieses Promo-Clips zur ersten Staffel einmal selbst überzeugen.

Von den sechs bis dato erschienenen Staffeln wurden leider erst drei ins Deutsche übersetzt. Ich hoffe ja sehr, dass sich das bald ändern wird…

Karoline

Erschaffen von: Adam Reed
Serientitel: Archer
Ausgestrahlt: seit 2009

Advertisements

5 Gedanken zu “Samstagshäppchen: James Bond war gestern – jetzt kommt Archer!

  1. Schlopsi schreibt:

    Klasse! Habe bisher leider nur immer kurz reinschnuppern können, aber die Serie ist schön erfrischend aufgezogen. Sollte vielleicht der kompletten Serie den Vorzug geben. Das da oben macht nämlich ordentlich Lust auf mehr. 🙂

    • Karoline schreibt:

      Ooooooh, vielen Dank:) Hast du schon die Zeit gefunden reinzugucken? Bitte entschuldige, dass ich dir erst jetzt antworte… Bin jetzt in der zweiten Staffel und nach wie vor echt hingerissen vom Humor… ein zwei Folgen waren dabei, die ziemlich geschwächelt haben, aber das waren wirklich Einzelfälle…

      • Schlopsi schreibt:

        Leider nicht. Aber sie steht dick und fett auf der Merkliste! Habe noch so viel anderes zu schauen… Aber wenn die Qualität gleich bleibt, ist das ein sehr gutes Zeichen. 🙂

  2. Katrin schreibt:

    Ich finde ja, es kommt auf die Dosis an. Schaut man sich zig Folgen hintereinander an, verliert sich der Humor doch etwas. Aber so ab und an eine Folge zur Aufmunterung kommt echt gut! Vor allem, weil das Ganze so bissig und respektlos daherkommt.

    • Karoline schreibt:

      da stimme ich dir zu… wenn man zu viele Folgen auf einmal guckt, stumpft man etwas ab und weiß einige Witze gar nicht richtig zu würdigen… Auch ist mir aufgefallen, dass wir teilweise über unterschiedliche Dinge im Film lachen… das lässt mich vermuten, dass mehrere Arten von schrägem Humor bedient werden… Am besten man guckt Archer einfach in Gesellschaft und rezitiert dann hinterher die besten Gags 😄

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s