Paranormaler Slapstick mit Biss

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© Foto: Karoline, 2015

Gelegentlich brauche ich einfach ein englisches Buch, um die Sprache nicht zu verlernen. Vor Jahren stieß ich daher im Fremdsprachen-Regal einer Buchhandlung auf Nice Girls Don’t Have Fangs. Der Klappentext klang humorvoll und zu diesem Zeitpunkt war Vampirismus noch kein literarisch totgerittenes Pferd. Doch auch nach Twilight, Tagebuch eines Vampirs und zahlreichen anderen bissigen Liebegeschichten sticht diese Reihe nach wie vor besonders heraus und ist nicht nur für Paranormal Romance-Fans ein guter Lesetipp.

Als Jane Jameson, passionierte Kinder- und Jugendbuch-Bibliothekarin, entlassen wird, ist sie am Boden zerstört. Ausgerechnet die unvermittelbare Stieftochter der Chefin soll Janes Stelle übernehmen! Die ist weniger durch ihre Belesenheit, sondern mehr durch ungewöhnliche Brände wie der kürzlichen Spontanentflammung eines Pudels im Hundefriseur-Salon, stadtbekannt. Dass die Auszahlung des restlichen Gehalts mittels Lebensmittelmarken für Kartoffelchips erfolgt, trägt nicht gerade zu Janes Stimmung bei. Niedergeschlagen betrinkt sich Jane in der einzigen richtigen Cocktail-Bar ihres Heimatörtchens Half Moon Hollow. Dort lernt sie Mr. Tall, Dark and Yummy alias Gabriel Nightengale kennen. Auf dem Rückweg stirbt ihr Auto ab und sie ist gezwungen zu Fuß weiter zu laufen. Leider landet sie in einer dreckigen Pfütze und wird anschließend von einem Trucker für einen Hirsch gehalten und angeschossen. Doch Gabriel ist zum Glück zur Stelle und verwandelt sie in einen Vampir. Damit fängt der ganze Ärger erst so richtig an – nicht nur, dass ein Unbekannter permanent versucht ihr und ihren Liebsten zu schaden, auch die Beziehung zu Gabriel – nun Mr. Doom & Gloom – hinterlassen einige Fragezeichen. Und wie soll sie diesen Schlamassel nur ihren Eltern erklären?

Nice Girls Don’t Have Fangs ist von der ersten bis zur letzten Seite pure Unterhaltung. Es strotzt nur so vor bitterbösem Slapstick, schlagfertigen Dialogen und liebevoll gezeichneten, skurrilen Charakteren. Als Beispiel sei hier Janes bester Freund Zeb zu nennen, der fast von ihr gebissen wurde und nun versucht seine neue untote beste Freundin zu akzeptieren. Doch seine Besuche bei der Selbsthilfegruppe für Angehörige von Vampiren wandeln sich schnell in sehr essfixierte Dates mit der schönen Jolene um, die ebenfalls keine Normalsterbliche ist.

Dieser wunderbar beißend sarkastische Humor ist der Hauptgrund wieso ich dieses Buch einfach immer wieder zur Hand nehmen muss, wenn ich mal dringend lachen muss. Besonders ansprechend (und so nachvollziehbar) finde ich Janes Kopfkino. Wenn sie in einer Vampir-Bar steht, sich das Schild mit „Dienstags Karaoke-Abend“ durchliest und sofort daran denken muss wie ein betrunkener Vampir auf der Bühne „I will survive“ trällert, fühle ich mich so verstanden.

Ich verstehe nicht jedes Wort, das in den englischsprachigen Büchern geschrieben steht, aber das ist auch absolut nicht nötig. Handlung und Witze sind in der Regel klar geschrieben, sodass ich selten mal ein Wort nachschlagen musste. Mittlerweile gibt es die Bücher auch übersetzt zu kaufen, aber sowohl Covergestaltung als auch Titelübersetzung fand ich so lieblos, dass ich gar nicht erst reinlesen wollte.

Zu meinem Glück hat Molly Harper es nicht bei einem Jane-Jameson-Roman belassen. Die Fortsetzungen Nice Girls Don’t Date Dead Men, Nice Girls Don’t Live Forever und Nice Girls Don’t Bite Their Neighbors boten mir genauso humorvolle Unterhaltung wie der erste Band. Nachdem die Serie so erfolgreich war, schrieb die Autorin mehrere Spin-Off’s. The Care And Feeding Of Stray Vampires, A Witch’s Handbook Of Kisses And Curses, The Dangers Of Dating A Rebound Vampire sowie drei weitere Romane, die noch dieses Jahr erscheinen werden, sind hier zu nennen.

Wenn ihr euch genau wie ich mit dem Molly Harper-Virus infiziert habt, aber eine kurze Vampir-Pause braucht, dann solltet ihr auf keinen Fall ihre Werwolf-Reihe How To Flirt With A Naked Werewolf und How To Run With A Naked Werewolf verpassen. Der Band The Art Of Seducing A Naked Werewolf kann leider nur für viel Geld importiert werden und fällt daher für mich unter die Kategorie „nicht gelesen“.

Karoline

Autor: Molly Harper
Buchtitel: Nice Girls Don’t Have Fangs
Verlag: Pocket Star Books

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