Mit dem Zug von Berlin nach Madrid

© Foto: Georgia, 2015

© Foto: Georgia, 2015

Es gibt diverse Gesellschaftsspiele, die ich sehr gerne und immer mal wieder spiele. Jedoch kommt es eher selten vor, dass ich ein gewisses Suchtpotential entwickle. Das ist bei Zug um Zug Europa der Fall, denn dieses Brettspiel hat mich schwer begeistert. Ein einfaches Spielprinzip, ein schönes Spielbrett und ein zügiger Aktionswechsel machen es zu einem meiner aktuellen Favoriten.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder 45 Waggons mit denen Zugstrecken gebaut werden. Dafür erhält man Punkte und Sieger wird selbstverständlich derjenige mit den meisten. Wie ihr vielleicht auf dem Foto erkennt, sind die vorgegebenen Strecken in unterschiedlichen Farben und Längen dargestellt. Man benötigt Wagenkarten (Handkarten) in der entsprechenden Farbe und Anzahl, um seine Waggons auf die Strecke zu setzen. Umso länger die Strecke ist, desto mehr Punkte erhält man. Auf grauen Strecken darf man sich eine Farbe aussuchen. Außerdem gibt es Wagenkarten mit Lokomotiven, die als Joker fungieren und für eine beliebige Farbe eingesetzt werden können. Weiterhin erhält man Zielkarten (Tickets) auf denen zwei Städte abgebildet sind, die man miteinander verbinden muss. Das gibt nochmal Extrapunkte, aber auch Minuspunkte, wenn zum Spiel-Ende die Städte nicht verbunden wurden. Die Zielkarten werden zu Beginn und während des Spiels aufgenommen. Wenn man am Zug ist, hat man folgende drei Handlungsmöglichkeiten: Man zieht Wagenkarten nach (aufgedeckte oder blind vom Stapel), baut eine Strecke oder zieht Tickets nach. Dadurch ist man relativ schnell wieder an der Reihe und es wird nicht langweilig.

Anstelle einer Strecke kann auch ein Bahnhof gebaut werden. Jeder Spieler besitzt drei Bahnhöfe, deren Nutzung ebenfalls Wagenkarten kostet. Bahnhöfe kommen zum Einsatz, wenn ein Mitspieler einem quasi eine Strecke weggeschnappt hat, diese aber gebraucht wird, um die Zielkarte zu erfüllen. Der Bahnhof wird in eine Stadt gesetzt und zum Spiel-Ende wird er auf die angrenzende, benötigte Strecke gestellt, um sie ebenfalls nutzen zu können. Man bekommt aber auch Punkte für nicht genutzte Bahnhöfe. Weiterhin gibt es zwei Arten vom Sonderstrecken. Zum einen gibt es Strecken, die über Wasser gehen. Für diese werden eine oder mehr Lokomotiven (Joker) benötigt, um sie bauen zu können. Am riskantesten ist es Tunnel (schwarz umrandete Strecke) zu bauen. Dabei kann sich die ürsprüngliche Anzahl an Wagenkarten, die für den Bau benötigt werden, erhöhen. Im Originalspiel Zug um Zug (mit der Karte von Nordamerika) gibt es keine Sonderstrecken und Bahnhöfe. Ich finde aber, dass dadurch das Spiel noch interessanter wird. Schließlich bekommt noch derjenige mit der längsten zusammenhängenden Strecke zehn Extrapunkte. Bis zum Spiel-Ende und anschließenden Punkte zählen, ist es also schwer zu sagen, wer vorn liegt. Wenn ein Mitspieler nur noch zwei oder weniger Waggons übrig hat, beginnt die letzte Runde und jeder ist noch einmal dran.

Vielleicht klingen die Spielregeln etwas umständlich, aber wenn man einmal spielt, kommt man schnell rein und es geht zügig voran. Das Grundprinzip ist einfach zu verstehen und durch die unterschiedlichen Zielkarten ist jedes Spiel anders. Falls man dann aber doch eine gewisse Monotonie feststellt, können Erweiterungspakete mit neuen Zielkarten dazu gekauft werden.

Mir macht Zug um Zug Europa auf jeden Fall viel Spaß und ich werde auch nicht müde zwei oder drei Spiele hintereinander zu spielen.

Georgia

Autor: Alan R. Moon
Titel: Zug um Zug Europa, ab 8 Jahren
Verlag: Days of Wonder

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4 Gedanken zu “Mit dem Zug von Berlin nach Madrid

  1. shalimamoon schreibt:

    Also Europa hab ich ja noch nicht gespielt, dafür die Originalfassung umso mehr!
    Vielleicht kommen wir ja einmal dazu die Europafassung zu spielen, auch wenn ich finde, dass das Streckennetz im Gegensatz zum Original sehr eingeschränkt aussieht (wirkt vielleicht auch nur auf dem Bild so)
    Das Spiel ist auf jeden Fall zu empfehlen!

    • Georgia schreibt:

      Die Originalfassung habe ich nur online gespielt. Das Streckennetz unterscheidet sich nicht groß, aber in der Europafassung ist die Anzahl der Strecken unterschiedlicher Länge gleichmäßiger verteilt. Im Original habe ja viele Strecken die gleiche Länge. Zusätzlich bringen eben auch die Sonderstrecken etwas Abwechslung rein und die Bahnhöfe sind ganz fantastisch, da man sonst im Orignalspiel sich ja immer einen Umweg suchen musste, wenn die Strecke „gesperrt“ war.
      Bin ja sehr dafür mal einen gemeinsamen Spieleabend zu machen, vielleicht wenn Karo wieder da ist 😉

      • shalimamoon schreibt:

        Oja Spieleabend klingt gut 🙂
        Und die Umwege beim Original sind gerade lustig! Dadurch sind meistens die längsten Strecken entstanden 😉

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