Samstagshäppchen: Was tun, wenn die Vogonen dichten?

© Foto: Karoline, 2015

Gelegentlich bin ich über mein früheres Ich doch erstaunt. Vor sieben langen Jahren kaufte ich mir Per Anhalter durch die Galaxis und legte es genervt nach 50 Seiten in die entfernteste Ecke. Als es mir neulich wieder in die Hände fiel, konnte ich einfach dem schrägen Cover sowie Klappentext nicht widerstehen und musste erneut reinlesen. Was soll ich sagen – meine einstige Skepsis ist einer absoluten Begeisterung gewichen und ich stelle nun ernsthaft mein damaliges Urteilsvermögen infrage …

Im Zentrum dieser irren fünfbändigen Science Fiction-Geschichte steht der Erdling Arthur Dent. Da sein Haus gerade abgerissen werden soll, ist er nicht in der besten Verfassung. Doch sein Freund Ford Prefect kann ihn glücklicherweise zu einem mittäglichen Bierchen im Pub überreden, anstatt als lebende Barrikade im matschigen Vorgarten zu liegen. Das Bier brauchen Arthurs Nerven auch, denn just in dem Moment, als die Erde explodiert und dem Erdboden gleich gemacht wird, befinden sich Arthur und Ford per Teleportation auf dem Weg in das Raumschiff der Vogonen. Diese ungemütlichen Zeitgenossen sind prinzipiell mies drauf und nerven alle mit der drittschlechtesten Dichtkunst des Universums. Ihr glaubt mir nicht? Hier ein Beweis:

Oh zerfrettelter Grunzwanzling […]
dein Harngedränge ist für mich
wie Schnatterfleck auf Bienenstich. […]
Grupp, ich beschwör dich […]
mein punzig Turteldrom. […]
Und drängel reifig mich mit krinklen Bindelwörden,
denn sonst werd ich dich rändern in deine Gobberwarzen
mit meinem Börgelkranze, wart’s nur ab!

Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis, S. 68

 

Keine Frage also, dass die beiden schnellstens das Weite suchen müssen. Und schon kann der Trip durch die intergalaktischen Gefilde beginnen.

Selten habe ich einen so abgefahrenen und kreativen Roman gelesen. Douglas Adams strotzt nur so vor irren Ideen und skurrilen Erfindungen. Die Figuren sind allesamt exzentrisch, aber auch gerade deshalb irgendwie liebenswert. (Mir persönlich hat es ja der zynisch-depressive Roboter angetan!) Die Geschichte ist absolut unvorhersehbar. Der Leser hat keine Chance zu erraten, was wohl gleich auf der nächsten Seite passieren wird. Übrigens bekommt die Erde mit ihren Bewohnern auch ihr Fett weg – schließlich denken wir armen Tröpfe immer noch, die Erfindung der Digitaluhr sei etwas Geniales gewesen.

Dass der Auftakt dieser wunderbaren Reise durch den Weltraum tatsächlich aus dem Jahre 1979 stammt, konnte ich nur schwer glauben. Für mich unterstreicht dies einmal mehr die Zeitlosigkeit dieser humorvollen Odyssee.

Karoline

Autor: Douglas Adams
Buchtitel: Per Anhalter durch die Galaxis
Verlag: Heyne Verlag

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3 Gedanken zu “Samstagshäppchen: Was tun, wenn die Vogonen dichten?

  1. March Hare schreibt:

    Ich habe auch lange gebraucht, um mich an den Anhalter zu trauen. Bei mir waren es vor allem die Cover, die ich so hässlich fand, dass ich die Bücher nicht lesen wollte. Aber mein damaliger Freund, der mir die Bücher geliehen hatte (und ein Riesen-Fan war) hörte nicht auf zu fragen, wie ich es denn nun finde, also musste ich irgendwann doch mal anfangen.
    Mittlerweile habe ich alle Teile gelesen und liebe die Reihe.

    • Karoline schreibt:

      Ja, die Cover sind in der Tat gewöhnungsbedürftig… ich glaub Christian Moser hat sie gestaltet, da gefallen mir seine Monster des Alltags aber wesentlich besser^^ Meine nächste Anschaffung wird jedenfalls Teil zwei sein;)

      • March Hare schreibt:

        Oh, Christian Moser hätte ich damit nun wirklich nicht in Verbindung gebracht… Da sind mir die Monster des Alltags auch lieber!

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