Unsere liebsten Mangas: Schau mir in die Zukunft, Kleines!

© Foto: Karoline, 2016

Was man auf Arbeit nicht so alles findet, wenn man durch die Regale stöbert. Nur durch Zufall stieß ich vor ein paar Jahren auf die Manga-Reihe Dawn of Arcana, die damals frisch auf dem Buchmarkt war. Ich nahm mir die ersten Bände und hatte sie innerhalb weniger Stunden verschlungen. Nicht nur die Namen der beiden Inselreiche Senan und Belquat waren mir aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Isla Dorada sympathisch. Der wunderschöne Zeichenstil und die packende Fantasy-Liebesgeschichte hatten es mir einfach angetan.

Die Geschichte beginnt, als die rothaarige Prinzessin Nakaba ins verfeindete Nachbarland geschickt wird, um den dortigen Prinzen Caesar zu heiraten. Beide haben keinerlei Lust darauf: Nakaba, weil sie gegen ihren Willen mit einem Fremden leben muss und Caesar, weil Nakabas rote Haare ein Zeichen des Pöbels sind und er sich vor seinem Königshof blamiert fühlt. Begleitet wird Nakaba von ihrem Leibwächter, dem Tiermenschen Loki. Er weiß als Einziger, dass seine geliebte Prinzessin über die mysteriöse Fähigkeit des Arcanas verfügt – eine Gabe, die sie vergangene und zukünftige Ereignisse sehen lässt. Während das junge Ehepaar ein ständiges Auf und Ab erlebt, verfolgt der durchtriebene Loki seine eigenen Ziele. Was dabei enttarnt wird, bringt das Leben aller in Gefahr.

Dawn of Arcana hat eine recht komplexe Handlung. Neben den emotionalen Irrungen und Wirrungen des Prinzenpaares und den königlichen Intrigen geht die Autorin auch auf das harte Leben der Bevölkerung ein. Hier werden die Tiermenschen wegen ihres Aussehens diskriminiert. Man braucht sie aufgrund ihrer Stärke und fürchtet sie genau aus diesem Grund. Als ob die Probleme innerhalb des Königreiches nicht genug wären, zieht auch noch ein Krieg mit anderen Staaten herauf. Es mag den einen oder anderen an Game of Thrones erinnern, jedoch ist das Personal weitaus übersichtlicher und die Handlung unblutiger.

Neben den Hauptakteuren versteht es Rei Toma liebevoll den Nebencharakteren Leben einzuhauchen. Ich konnte mich nie richtig entscheiden wer meine Lieblingsfigur sein soll, zu vielen galt meine Sympathie. Etwas außen vor war dabei Nakaba. Einerseits mochte ich sie sehr gern, weil sie von allen unterschätzt wurde. Sie war sowohl in ihrem Heimatkönigreich als auch in der neuen Heimat aufgrund ihrer roten Haare eine Außenseiterin. Jahrelang war sie in einem Turm gefangen und bekam nur von den Tiermenschen regelmäßig Besuch. Trotz ihrer neu gewonnenen Freiheit im anderen Land versinkt sie mir etwas zu oft in Selbstmitleid. Sie hat es aber auch nicht einfach mit dem ewig streitenden Duo Caesar/Loki und der Bürde des Arcanas der Zeit. Ständig sieht sie ihre Vergangenheit und kann dadurch nie so wirklich abschließen. Bei mir jedenfalls konnte die 13-teilige Manga-Reihe dreifach punkten: Zeichenstil, Handlung und Charaktere hinterließen auch über Jahre hinweg einen bleibenden Eindruck.

Das war es auch schon wieder mit unserem Weltenbummler-Monat zum fernen Japan. Wir hoffen, dass wir euch inspirieren konnten und freuen uns euch bald die russische Buchwelt etwas näher zu bringen. Falls ihr noch weiter in japanischer Lektüre schwelgen wollt, kann ich euch wärmstens unsere Manga-Rezensionen zu Young Bride’s Story, Skip Beat! und The Royal Doll Orchestra empfehlen.

Karoline

Autor: Rei Toma
Buchtitel: Dawn of Arcana
Verlag: Carlsen

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