Comicfutter für meine Serienliebe

Avatar Das Versprechen Cover

© Foto: Bettina, 2016

Gerade hatte ich mich damit abgefunden, dass ich wirklich alle Episoden der Serie Avatar – Der Herr der Elemente schon mehrfach gesehen und jeden Schnipsel von Avatar – Die Legende von Korra verschlungen habe. Eben erst habe ich die Trauer überwunden, dass es wohl keine weiteren Staffeln geben wird, um meiner Freude am Universum der Bändiger Nahrung zu geben. Praktisch letzte Woche habe ich noch bejammert, dass ich zig offene Fragen und haarsträubende Theorien zu möglichen Antworten habe. Und dann bin ich in die Bibliothek gegangen. Da lag sie einfach so unschuldig rum, die Avatar-Comic-Reihe Das Versprechen. Der Hechtsprung, der auf diese Entdeckung folgte, hat sicher einige arglos Beistehende erschreckt. Mir egal! Das Leben mit Aang und Team Avatar geht weiter!

Nach einigem Hyperventilieren konnte ich also wieder in die einzigartige Welt der vier Elemente eintauchen. Obwohl zu Beginn eine kleine Einführung, angelehnt an den Vorspann der Serie, die Grundzüge der Geschichte erklärt, wird sich ein absoluter Neuling wahrscheinlich nicht so schnell zurecht finden. Kein Wunder, denn es ist eine Menge passiert. Mit viel Mühe, Mut und Entschlossenheit haben es die fünf Freunde geschafft die Invasion der Feuernation zurückzuschlagen und den 100 Jahre dauernden Krieg zu beenden. Zuko wird Feuerlord und will in Harmonie mit den anderen Bändigern leben. Mit Avatar Aang hat die Welt wieder einen Hüter der Balance zwischen den Völkern. Alles Friede, Freude, Eierkuchen meint man. Doch der Krieg hat Spuren hinterlassen, noch existieren Kolonien der Feuernation im Erdkönigreich. Sind sich zuerst alle einig die Bürger der Feuernation umzusiedeln, ändert Zuko seine Meinung, als er von den Bewohnern der Stadt Yu Dao konfrontiert wird.

Wie schon die Serie verbinden auch die Comicbände geschickt verschiedene Erzählstränge. Natürlich hat ein solcher, relativ dünner Band nicht die Möglichkeit eine Geschichte mit demselben Detailgrad oder vielleicht auch derselben Verzahnung an Ereignissen zu erzählen. Dadurch läuft die Geschichte für mich ungewohnt schnell ab und die Figuren sagen erstaunlich direkt, was sie denken. Trotz des Tempos gelingt es Gene Luen Yang das Schicksal der Kolonien aus verschiedenen Gesichtspunkten zu betrachten und jeder der beliebten Figuren ihren Platz einzuräumen. Toph hat eine Metallbändigerschule in Yu Dao, Sokka versucht sie bei der Motivation ihrer eher minder erfolgreichen Schüler zu unterstützen, Aang möchte die Kultur der Luftbändiger erhalten und Katara kann sich eine Welt mit getrennten Nationen nicht mehr wirklich vorstellen. Am schwersten hat es allerdings wohl Zuko, der unter keinen Umständen wie sein Vater werden möchte, sich aber in seiner Position allein fühlt. Eine der Stärken der Serie, als auch der Comics sind die sehr großen Ideen und erwachsenen Probleme, die der Leser in den Geschichten finden kann. Wer möchte, kann hier tief graben und wird reich belohnt.

Gerne und oft erinnere ich mich auch an die anderen Seiten der Serie. Ihr Humor und die wunderbare Leichtigkeit bildeten zum Beispiel immer ein gutes Gegengewicht zu den ernsten Elementen der Geschichte. Diese Facetten schaffen den Transfer vom Bildschirm ins Comicbuch ebenso vortrefflich. Da piesacken sich die Figuren schon mal gegenseitig wegen angeblichem Sabber-Schlabber-Geknutsche. Besonders wunderbar ist es, wenn die Geschichte sich ihrer eigenen Fehler bewusst ist und selbst diese durch den Kakao zieht. Als einen dieser Fehler empfand ich beim Lesen so manches Mal die Wortwahl. Ob dies jetzt an der Übersetzung oder dem Autor liegt, dass ein 13-Jähriger seine Freundin eine feste Freundin und Schatz nennt, kann ich nicht sagen. Ein anderer großer Teil der Anziehungskraft von Avatar – Der Herr der Elemente sind immer die großartigen Actionszenen gewesen. In Das Versprechen kommen zwar einige solcher Sequenzen vor, doch, trotz der guten Umsetzung, wirken sie im Vergleich zum animierten Kampfkunstschauspiel eher blass.

Ich kann jetzt schon verraten, dass es für das neueste Problem von Team Avatar keine wirklich einfache Lösung gibt. Wäre ja auch schade! Es wird schließlich häufig genug über Zukos verschwundene Mutter gesprochen oder ein Hinweis auf Brücken zwischen den Geschichten von Aang und Korra gegeben, dass ich es schon gar nicht mehr erwarten kann endlich auch die weiteren Bände zu lesen. Vielleicht bin ich so ja doch auf längere Zeit mit Lesefutter versorgt.

Bettina

Autor: Gene Luen Yang
Zeichnerinnen: Gurihiru
Buchtitel: Avatar – Der Herr der Elemente, Das Versprechen Band 1-3
Verlag: Cross Cult

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