Samstagshäppchen: Eine elfische Odyssee durch die Jahrhunderte

© Foto: Karoline, 2016

Wieder einmal schlich ich im Fantasy-Bereich meiner Buchhandlung um ein Buch mit tollem Cover herum. Sollte ich es wirklich kaufen? Allein schon sich diese Frage zu stellen, war vollkommen absurd. Selbstverständlich lag es wenige Wochen später auf meinem Nachttisch, bereit verschlungen zu werden.

Neben den Zwergen von Markus Heitz und den Orks von Michael Peinkofer hat auch Bernhard Hennen sich von Sagengestalten à la Tolkien inspirieren lassen. In dieser Odyssee geht es um die Liebe der beiden Elfen Farodin und Nuramon zu der gütigen Elfin Noroelle und um den Menschen Mandred. Als eine wilde Bestie sein Dorf bedroht, bittet er die Elfen um Hilfe. Während die Männer sich auf der Jagd befinden, fällt Noroelle bei der Elfenkönigin Emerelle in Ungnade und wird an einen geheimen Ort verbannt. Wieder in der Heimat verbünden sich die beiden Buhler und Mandred, um die Geliebte zu befreien. Die drei Gefährten reisen dank der magischen Albenpfade durch Parallelwelten, immer auf der scheinbar aussichtslosen Suche nach ihrer Geliebten. Doch diese Art zu reisen birgt das Risiko des Zeitsprungs, sodass sie kaum merken wie die Jahrhunderte an ihnen vorbeiziehen.

Besonders gelungen finde ich die Komplexität der Elfen-Reihe. Während der erste Band die Reise von Nuramon und Farodin beschreibt und nur am Rande auf das Geschehen in ihrer Heimat Albenmark eingeht, widmen sich die Folgebände genau dieser Zeit der Abwesenheit und rücken das Schicksal der Elfenkönigin Emerelle in den Mittelpunkt. Denn bereits beim Lesen fragte ich mich, wie es zu dem großen Trollkrieg gekommen ist, der im ersten Band nur am Rande Erwähnung findet. Bernhard Hennen hat wirklich großen Einfallsreichtum bewiesen und sich nicht nur beim Erschaffen der einzelnen Welten, sondern auch bei der Vielfältigkeit der Abenteuer sehr viel Mühe gegeben – so war es wirklich herausfordernd die unzähligen Stationen der Elfen im Gedächtnis zu behalten. Den Charakteren verleiht er ebenfalls Tiefe, jedoch konnte ich einige Handlungsmotive nicht gänzlich nachvollziehen.

Die Elfen ist kreative und definitiv lesenswerte Fantasy-Lektüre. Während Patrick Rothfuss mit viel Poesie überzeugt, Andrzej Sapkowski ein authentisches Mittelalter mit Magie und Zauberei auferstehen lässt, so punktet Bernhard Hennen mit einem rasanten Erzähltempo, das zahlreiche Autoren-Ideen in Abenteuer verwandelt.

Karoline

Autor: Bernhard Hennen
Buchtitel: Die Elfen
Verlag: Heyne Verlag

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2 Gedanken zu “Samstagshäppchen: Eine elfische Odyssee durch die Jahrhunderte

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