Und die Moral von der Geschicht’…

© Foto: Kristina, 2016

© Foto: Kristina, 2016

Natascha, Wladimir, Marusja, Iwan, Sergei, Wassilij, Jelena und mein absoluter Favorit: Alexej Maximowitsch Maximow – Willkommen in Russland! Kommt mit auf eine satirische Reise in die letzte Zarenzeit.

Allen oben genannten – und noch mehr – Zeitgenossen begegnete ich in der Kurzgeschichtensammlung Der Mann unter dem Bett von Arkadij Timofejewitsch Awertschenko. Satte 31 Stück haben es auf die insgesamt nur 159 Seiten geschafft, trotzdem ist genug Platz für verschiedenste Moral-Appelle und Humor-Momente.

So habe ich mich gleich zu Beginn sehr amüsiert über die Geschichte Der Mann aus der ersten Reihe. Dort unterhält ein älterer Theaterbesucher das gesamte Publikum, indem er das Schauspiel für die Realität hält und daran verzweifelt, dass die Figuren nicht auf seine Zurufe reagieren. Auch die titelgebende Geschichte Der Mann unter dem Bett lädt zum Schmunzeln ein: Ein Ehemann kommt überraschend nach Hause, der Liebhaber gibt sich erst als Verrückter und dann als Dieb aus, macht damit aber alles nur noch schlimmer. Hätte er doch nur gleich die Wahrheit gesagt …

So reiht sich eine Geschichte an die andere. Beim Lesen fühlt man sich über 100 Jahre zurückversetzt, man kann den Samowar fast schon blubbern hören. Manche Worte und Redewendungen lassen einen jedoch stutzen, wie zum Beispiel Fahrkarten nehmen im Sinne von kaufen, gesellschaftliche Gepflogenheiten kann man manchmal nicht wirklich nachvollziehen und einige Geschichten, beispielsweise Wie verdient man 4 Kronen, Gedächtniskunst oder Wie man sich beim Diner benimmt lassen einen mit einem HÄH? zurück. Aber die kleinen Highlights – wie neben den bereits erwähnten auch Der Maler und sein Bild, wo man beim Lesen an das Haus, das Verrückte macht aus Asterix erobert Rom erinnert wird – und ein einfacher, angenehmer Schreibstil machen die Sammlung alles in allem zu einer lesenswerten Sache.

Kristina

Autor: Arkadij Awertschenko
Buchtitel: Der Mann unter dem Bett
Verlag: dearbooks

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