Die nächste Generation Hexen und Zauberer tritt auf die Bühne

© Foto: Georgia, 2016

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Die Enttäuschung war groß, als mir klar wurde, dass ich nicht zu einer der Aufführungen von Harry Potter and the Cursed Child gehen kann. Umso mehr habe ich mich über die Veröffentlichung des Drehbuches gefreut. Seit dem Ende des siebten Bands lechze ich förmlich nach neuen Informationen. So hat mich sogar ein Buch, das ich an einem Abend verschlungen habe, in wahre Begeisterung versetzt.

Leser von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes werden sich noch an den Epilog erinnern: 19 Jahre sind seit dem Sieg über Voldemort vergangen. Wir befinden uns auf Bahngleis 9 ¾ und sehen dabei zu wie Albus Potter, Rose Granger-Weasley und Scorpius Malfoy ihr erstes Schuljahr antreten. Genau an dieser Stelle setzt das Theaterstück an. Während natürlich die Eltern der drei Erstklässler und andere bekannte Charaktere ihre Auftritte haben, sind im Grunde Albus und Scorpius die Hauptpersonen des Stücks. Fanfiction-Träume werden wahr, denn die Söhne von Harry und Draco werden zu besten Freunden. Wir begleiten die beiden durch ihre ersten Schuljahre. Einer der Hauptkonflikte ist die angespannte Beziehung zwischen Harry und Albus, denn der Sohn kommt so gar nicht nach seinem Vater. Währenddessen hat Scorpius damit zu kämpfen, dass sich das hartnäckige Gerücht hält, er wäre der Sohn Voldemorts und wurde mit Hilfe eines Zeitumkehrers gezeugt. Das ist natürlich völliger Quatsch, denn alle Zeitumkehrer wurden zerstört.

Es kommt wie es kommen muss: Natürlich taucht ein verschollener Zeitumkehrer auf. Albus und Scorpius schnappen sich diesen und fuhrwerken in der Vergangenheit herum. Das ist auch schon der Hauptplot: Die Reise durch die Zeit und welche alternativen Zukunftsszenarien das herauf beschwört. Die Handlung ist relativ überschaubar, ebenso die Anzahl der Charaktere und die Schauplätze. Das ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass es sich um ein Theaterstück handelt. Neben der Freundschaft von Albus und Scorpius sowie den Zeitreisen werden auch andere Ideen aufgegriffen, die mich oft an Fanfiction erinnert haben. Das ist keinesfalls als Kritik gemeint. Ich empfand es als unheimlich amüsant. Weitere Beispiele möchte ich an dieser Stelle nicht anbringen, da ich nicht mehr verraten will. Zwei Logiklücken sind Katrin und mir aufgefallen, aber ich finde über diese kann man hinwegsehen.

Ich habe andere Rezensionen gelesen, bei denen sich eher negativ über Harry Potter and the Cursed Child geäußert wurde. Persönlich konnte ich die Kritikpunkte nicht nachvollziehen. Wenn man im Hinterkopf behält, dass es sich um ein Drehbuch handelt und man keinen Roman liest, dann ist das Stück meiner Meinung nach sehr lesenswert. Es ist schön die liebgewonnenen Charaktere wiederzusehen, was aus ihnen geworden ist, wie sie sich jetzt verhalten. Überraschender Weise hat sich Familie Malfoy in mein Herz eingeschlichen und sehr viele Sympathiepunkte geholt. Ich möchte unbedingt eine Geschichte haben, in der es darum geht, was Draco nach dem Krieg gemacht hat und wie er mit Ehefrau und Sohn umgeht. Des Weiteren bilden einmal mehr Hermine, Ginny und Professor McGonagall ein Gespann an wunderbaren Frauencharakteren. Sie werden eben mit den Jahren einfach nur besser. Ich hatte viel Spaß beim Lesen und konnte das Stück nicht aus der Hand legen. Da es sich hauptsächlich aus Dialogen zusammensetzt, ist man auch recht schnell durch. Die Frage ist nur, mit was ich den Harry-Potter-Entzug als nächstes überbrücke. Wie gut, dass im September eine eBook-Reihe mit Kurzgeschichten erscheinen wird.

Georgia

Autoren: Joanne K. Rowling, Jack Thorne, John Tiffany
Buchtitel: Harry Potter and the Cursed Child
Verlag: Little, Brown and Company

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6 Gedanken zu “Die nächste Generation Hexen und Zauberer tritt auf die Bühne

  1. Katrin schreibt:

    McGonagalls Alter wird ja auch nie wirklich erwähnt, oder? Weiß jetzt nicht, was dazu auf Pottermore stand. Aber für mein Gefühl wurde sie immer als „Hexe mittleren Alters“ beschrieben. Selbst wenn sie bereits an die 60 war, ist diese Frau mit 80 garantiert eh noch topfit.

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