Der holprige Weg zum Womanizer

© Foto: Georgia, 2016

© Foto: Georgia, 2016

In den letzten Tagen hatte ich Lust auf Wohlfühl-Filme: viel zum Lachen, einfache Handlung, gute Musik und ein Ende, das den Zuschauer mit einem flauschigen Gefühl zurücklässt. Bei der DVD-Auswahl ist mir eine meiner liebsten Romantikkomödien in die Hände gefallen, die alle Kriterien erfüllt und außerdem erfrischend anders ist. Obwohl Crazy, Stupid, Love bereits vor fünf Jahren erschienen ist, lache ich jedes Mal wieder aus vollem Hals.

Cal Weaver ist ein Familienvater in seinen 40ern und obwohl er ein lieber Kerl ist, kann man ihn gut und gerne als Langweiler bezeichnen. Nachdem seine Frau Emily ihm eröffnet, dass sie einen Seitensprung hatte, leben die beiden in Trennung. Seine Abende verbringt Cal in einer Bar und versunken in Selbstmitleid. Dort trifft er auf den jüngeren Jacob, der als charmanter Playboy jeden Tag eine andere Frau mit nach Hause schleppt. Jacob nimmt Cal unter seine Fittiche, verpasst ihm ein Makeover und gibt ihm Flirttipps. Obwohl Cal nun selbst recht erfolgreich als Aufreißer unterwegs ist, hängt er Emily noch immer nach und hegt auch weiterhin Gefühle für sie. Das mag dramatischer klingen als es ist. Cals Werdegang zum Womanizer ist äußerst erheiternd, sei es die unbarmherzige und witzige Art wie Jacob ihn ummodelt oder die Nachbeben, die Cals One-Night-Stands hervorrufen.

Die Haupthandlung des Films dreht sich um Cal, doch gibt es diverse Nebenhandlungen, die sich wunderbar in die Story einfügen und für Abwechslung und mehr Humor sorgen. Der Zuschauer bekommt natürlich auch Einblicke in Emilys Leben nach der Trennung und wie sie mit Cals Wandlung umgeht. Der dreizehnjährige Sohn der beiden hat derweil eigene Probleme mit der Liebe, schließlich ist er unsterblich in die vier Jahre ältere Babysitterin verliebt. Diese hat aber wiederum ein Auge auf Cal geworfen. Komische Situationen sind also vorprogrammiert. Schließlich gibt es noch Jurastudentin Hannah, die ihren derzeitigen Freund ganz nett findet und tendenziell nichts gegen einen Heiratsantrag hätte. Inwieweit sie sich in die Haupthandlung einfügt, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, sonst nehme ich euch die Spannung. Denn die Zusammenführung der einzelnen Erzählstränge endet in einer wahnwitzigen und aufregenden Szene, die so abstrus ist, dass es einen vor Lachen nur so schüttelt.

Die Filmhandlung an sich mag nichts Besonderes sein, aber die Umsetzung und die Charaktere sind irgendwie anders als sonst. Zumal die Besetzung mit Steve Carell (Cal), Julianne Moore (Emily), Emma Stone (Hannah) und Ryan Gosling (Jacob) schon ein Geniestreich an sich ist. Obwohl einige Stellen recht übertrieben erscheinen, so sind die Aktionen und Reaktionen der Personen erfrischend menschlich und echt. Die Übertreibungen sorgen wiederum für ausgezeichnete Situationskomik und sind dennoch nie so, dass man eine bestimmte Handlung einer Person nicht nachvollziehen kann. Die Charaktere sind mehrdimensional und ihre Handlungen ziehen Folgen nach sich, denen sie sich stellen, wenn auch manchmal mit Widerwillen. Das sorgt für genügend Drama, um das ganze Geschehen realistisch wirken zu lassen. Zwischenzeitlich sieht es so aus, als würde es nicht für alle ein glückliches Ende geben und doch schafft der Film noch den Umschwung zu dem flauschigen Ende. Wenn ihr Aufheiterung braucht oder einfach nur entspannt zwei Stunden vor dem Bildschirm verbringen wollt, kann ich euch Crazy, Stupid, Love nur nahelegen.

Georgia

Regisseur: Glenn Ficarra, John Requa
Filmtitel: Crazy, Stupid, Love
Erscheinungsjahr: 2011

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