Samstagshäppchen: Weltraummärchen aus Gallifrey

© Foto: Karoline, 2017

Als mich Bettina zuletzt besuchte, hielt sie auf einmal ein wunderbares Mitbringsel in den Händen, das mir spontan ein begeistertes Quietschen entlockte: Doctor Who – Time Lord Fairy Tales. Was war denn das? Davon hatte ich ja noch NIE gehört! (Wie kann einem so etwas eigentlich entgehen, verflixt?!) Das wirklich hübsch gestaltete Hardcover mit seinen grau-weißen Illustrationen und dem Golddruck schmachtete ich erst einmal gebührend an, bevor ich es aufschlug. Aber dann …

stand da geschrieben, dass sich all die Märchen, die ich aus Kinderzeiten kenne, völlig anders abgespielt haben. Da müssen sich drei kleine Sontaraner eben gegen einen Rutaner behaupten, statt gegen den großen bösen Wolf. Jack vergrub keine Zauberbohnen, sondern ein mysteriöses unzerstörbares Gerät, welches ein Wurmloch erzeugen kann. Und der Rattenfänger von Hameln … Nun ja: Sagen wir mal ganz allgemein, dass die Cybermen da so einige metallische Finger im Spiel hatten. Nicht jede der fünfzehn Geschichten bezieht sich derart offensichtlich auf bekannte Märchenmotive, doch das sorgt für Abwechslung. Natürlich überzeugten mich manche der Geschichten von Justin Richards mehr als andere. Meine zwei Favoriten waren das Einstiegsmärchen „The Garden of Statues“ mit seiner wunderbar melancholischen Grusel-Atmosphäre und die angsteinflößende Aliensuche im Wald in „Little Rose Riding Hood“. Toll fand ich, dass einem immer wieder der Doctor in einer seiner Inkarnationen begegnet, allerdings meist in einer Nebenrolle. Der Schreibstil ist flüssig und in sehr gut verständlichem Englisch gehalten, sodass ich kaum ein Wort nachschlagen musste.

Besonders schön anzuschauen sind außerdem David Wardles Illustrationen, deren Lithografie-Stil an jenen von Werner Klemke in Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm erinnert. Einzig die Materialqualität des Buches enttäuschte mich ziemlich. Einmal gelesen, sah der Buchdeckel aus, als hätten ihn schon fünf verschiedene Leute in den Klauen gehabt. Da zog sich glatt mein bibliophiles Herz etwas zusammen. Insgesamt ist dieses Timelord-Märchenbuch aus Gallifrey aber eine runde Sache und herrliches Nerdfutter für alle Doctor-Who-Liebhaber – und solche, die es werden wollen.

Katrin

Buchtitel: Doctor Who – Time Lord Fairy Tales
Autor: Justin Richards
Illustrator: David Wardle

Verlag: Puffin Books (Penguin Random House UK)

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