Mein Soundtrack: Ich bin ein Sklave des Rock’n’Roll

© Foto: Karoline, 2017

Ich habe mich immer gefragt, warum ich einige Filme besser finde als andere. Natürlich spielen Handlung, Kulisse, Kamera, Schnitt und das Talent der Schauspieler eine große Rolle. Aber das Tüpfelchen auf dem i, das für mich den Unterschied macht, ist stets die – mal dezente, mal dominierende – musikalische Untermalung. Seitdem ich bewusst darauf achte, weiß ich einige Filme noch mehr zu schätzen. In der losen Reihe Mein Soundtrack möchte ich sie euch nun nahe bringen. Los geht es direkt mit einem persönlichen Meilenstein.

1987: Die Rock-Ära befindet sich auf einem ihrer Höhepunkte und ihr größter, wenn auch exzentrischer Star Stacee Jaxx ist dabei eine Solo-Karriere zu starten. Mit seinem letzten Band-Konzert soll er den maroden, aber kultigen Klub The Bourbon Room retten. Doch dieser ist dem Bürgermeister und besonders dessen Ehefrau ein Dorn im Auge. Wird es seinem Besitzer Dennis gelingen, ein bedeutendes Stück Rock-Kultur zu retten? Währenddessen verlieben sich die Kellnerin Sherrie und Möchtegern-Rocker Drew ineinander und durchleben ebenfalls ein Auf und Ab der Gefühle – nicht zuletzt durch Stacee Jaxx.

Die Musicalverfilmung von Rock of Ages hat mich einfach umgehauen. Von der ersten bis zur letzten Sekunde klebte ich förmlich am Fernseher und sah beziehungsweise hörte fasziniert wie talentiert die hochkarätige Besetzung vor sich hinträllerte. Russell Brand, Alec Baldwin, Catherine Zeta-Jones, Mary J. Blige und Bryan Cranston liefern ein Meisterstück selbstironischer Rockgeschichte, bei der ein kultverdächtiges Zitat dem anderen folgt.

„Shit, unsere Vorgruppe ist gerade abgesprungen.“
„Concrete Balls?“
„Die sind auf Entzug.“
„Was? Beide?“
„Das sind sechs.“
„Scheiße, ’ne Band mit richtig viel Eiern.“
„Die kriegen Gruppenrabatt.“
„Ob die dann Einzel- oder Doppelsitzungen machen?“

Aber das absolute Highlight ist die Performance von Tom Cruise, der den abgehalfterten wie genialen Rockstar Stacee Jaxx gibt und mich mit seiner rauchig-rockigen Stimme überraschte. Er schafft es mit seinen Star-Allüren gleichzeitig sexy und widerlich zu sein, während er dabei wie seine Schauspielkollegen eine Menge humoristisches Overacting betreibt. Da gibt es schon mal den obligatorischen Spritzer Deo für den Schritt, regnende Kondome und Geldscheine oder witzig überdrehte Tanzsequenzen – geschweige denn, dass die fleischeslüsternen Frauen wie die Fliegen fallen. Über allem thronen jedoch die kraftvollen Rock-Klassiker, auf die die Handlung perfekt abgestimmt wurde. Egal ob Hit Me With Your Best Shot von Cathrine Zeta-Jones, Dead or Alive von Tom Cruise oder Any Way You Want It von Mary J. Blige, ich war förmlich gezwungen laut mitzusingen und zu tanzen. Da kann man über die kleine inszenierte Liebesgeschichte zwischen den eigentlichen Hauptdarstellern Sherry und Drew gönnerhaft hinwegsehen, denn auch die können wie zwei junge Vöglein trällern. Tolle Mash-Ups wie We built this City/We’re not gonna take it entschädigten doppelt und dreifach.

Gute Schnitte und kreative Kameraführung runden dieses humoristische wie musikalische Highlight meines DVD-Regals ab. Die meisten Songs haben auch prompt einen Stammplatz in meinem Soundtrack-Ordner erhalten. Ich sage nur: I wanna ROCK! Ihr auch?

Karoline

Regisseur: Adam Shankman
Filmtitel: Rock of Ages
Erscheinungsjahr: 2012

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3 Gedanken zu “Mein Soundtrack: Ich bin ein Sklave des Rock’n’Roll

  1. Shalima Moon schreibt:

    Any way you want it
    That’s the way you need it
    Any way you want it
    She said, any way you want it
    That’s the way you need it
    Any way you want it

    Jetzt hab ich wieder den ganzen Tag nen Ohrwurm… aber ja ich liebe diesen Film auch!

    • Karoline schreibt:

      Mein persönlicher Favorit ist ja „Hit me with your best shot“ mit seinem real tough cookie with a long history 😛 und es gibt doch definitiv schlechtere Ohrwürmer!

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