Da ist was seltsam in der Nachbarschaft

© Foto: Karoline, 2017

Für unseren sechsten Weltenbummler-Monat lautete die schon vor Monaten euphorisch ausgerufene Losung: Neuseeland! Du liebe Güte – ich kam ganz schön ins Schwitzen und hoffte, wie bereits in der Vergangenheit, auf die tatkräftige Unterstützung meiner Mitstreiter. Wie immer konnte ich mich darauf verlassen, dass mich jemand in die passende Richtung stupst. So brachte mich Karo mich auf einen Film, den ich schon als Jugendliche heiß und innig liebte: The Frighteners, mit dem unglaublich niedlichen und talentierten Michael J. Fox. Was das mit Neuseeland zu tun hat? Regisseur, Drehbuchautor und Produzent war niemand Geringeres als der Mann, dessen Namen wohl jeder von uns unweigerlich mit der Verfilmung von Herr der Ringe in Verbindung bringt: Peter Jackson. Ja, der hat sogar schon vor mehr als 20 Jahren ganz, ganz tolle Filme gemacht.

Frank Bannister (Michael J. Fox) hat ein Problem: Er sieht tote Menschen. Nach einem tragischen Autounfall, bei dem seine Frau verstarb, hat er ein schweres Trauma erlitten und eine übersinnliche Wahrnehmung entwickelt. Nun verdingt er sich dank dieser Spezialfähigkeit als Geisterjäger und zockt naive Mitmenschen ab. Im Schlepptau hat er ein tendenziell unheiliges Gespenster-Trio, bestehend aus einen irren Richter, einen schießwütigen Revolverhelden sowie einen klugscheißenden Akademiker. Während Bannister aufgrund seiner krummen Geschäfte bereits die Presse dicht auf den Fersen ist, wird der Geisterjäger nun auch noch in eine Serie mysteriöser Mordfälle verwickelt und muss seine Unschuld beweisen. Zu dumm, dass nur er allein den Sensenmann sehen kann, der sie tatsächlich verübt. Um weitere Todesfälle zu verhindern und sich selbst zu entlasten, macht sich Frank daran, mit Hilfe der verwitweten Ärztin Lucy Lynskey (Trini Alvarado) die Identität des wahren Mörders zu enthüllen. Die Suche scheint schließlich auf eine 20 Jahre alte Mordserie hinzudeuten, bei der zwölf Menschen erschossen wurden. Nun scheint jemand die Taten des irren Killers fortführen zu wollen. Doch um an die Wahrheit zu kommen, muss Frank sein irdisches Dasein aufs Spiel setzen …

Wie oft ich diesen Film bereits geschaut habe, weiß ich gar nicht zu sagen. Obwohl mir das Horror-Genre generell überhaupt nicht liegt, hat es mir die Geisterjagd eindeutig angetan. Fans „echter“ Horrorfilme, wird dieser sicherlich viel zu seicht und wahrscheinlich nicht nervenzerfetzend genug sein. Kein Wunder: Meiner Meinung nach funktioniert The Frighteners in erster Linie als Gruselkomödie mit Horror-Atmosphäre und Schockmomenten. Vermutlich sehen Genre-Liebhaber glasklar, wohin sich die Geschehnisse entwickeln werden. Mich unterhält der Film trotzdem problemlos – und das schon viele Male. Schließlich punktet er zusätzlich mit seinen skurrilen, überzeichneten Figuren und trockenen Dialogen. Wer den Darsteller Michael J. Fox kennt, weiß im Grunde, was er bekommen wird. Auch hier spielt er wieder den durch und durch sympathischen Typen, der irgendwie daran scheitert, sein Leben auf die Reihe zu kriegen.

The Frighteners ist bestimmt kein Meilenstein des Horrorgenres, soviel ist klar. Doch als abendfüllende Unterhaltung unter Freunden macht die Gruselkomödie einfach Laune. Sie sorgt für etliche Lacher, ist recht spannend inszeniert, verfügt über einige Ekelszenen, die Schauspieler erledigen ihren Job vernünftig und die visuellen Effekte sehen auch aus heutiger Perspektive ganz anständig aus. Zartbesaitet wie ich bin, jagen mir der schreckliche Sensenmann oder der irre Bösewicht nach wie vor Schauer über den Rücken. Da werden für meine Begriffe eiskalt die richtigen Knöpfe gedrückt. Kauft euch also eine Tüte Chips, etwas Schokolade sowie wahlweise einige Flaschen Cola oder eiskaltes Radler und macht es euch mit ein, zwei Freunden auf der Couch gemütlich. Auf diese Weise lässt sich diese Perle neuseeländischer Filmkunst ganz sicher gebührend genießen.

Katrin

Regisseur: Peter Jackson
Filmtitel: The Frighteners
Erscheinungsjahr: 1996

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