Die Geheimnisse Barcelonas

© Foto: Kristina, 2017

Als feststand, dass Spanien Ziel unserer nächsten Inkunabel-Fernlesereise wird, war mir sofort klar, dass ich Zafón rezensieren möchte. Hin- und hergerissen zwischen Der Schatten des Windes und Marina, entschied ich mich am Ende für letzteres. Und es war mir erneut eine große Freude, es zu durchschmökern.

Der 15-jährige Óscar Drai tut Nichts lieber, als in seiner Freizeit durch die Gassen Barcelonas zu streifen, statt sich im Internat dem Studium und der geistigen Einkehr zu widmen. Eines Tages kommt er an ein scheinbar verlassenes Haus, aus dem Musik zu hören ist. Irgendwie zieht es ihn ins Innere. Auf dem Tisch im Zimmer liegt eine alte Taschenuhr. Plötzlich kommt eine Gestalt auf Óscar zu. In seiner Panik steckt er die Uhr ein und rennt davon. In den folgenden Tagen liegt die Uhr schwer in seiner Tasche, so dass er sich schließlich durchringt, sie zurückzubringen. Auf dem Weg sieht er ein Mädchen: Marina, das wohl bezauberndste Geschöpf, das er je gesehen hat.

Die Uhr gehört ihrem Vater German, also nimmt sie Óscar mit in das alte Haus. German verzeiht ihm, er glaubt nicht, dass er die Uhr mit Absicht gestohlen hat. Óscar fühlt sich gleich wohl in dem Familiengespann. Marinas Vater zieht sich jedoch schnell zurück, er sei nicht allzu gesund, sagt Marina. Hier könnte die Geschichte zu Ende sein. Aber es soll anders kommen.

Óscar zieht es  wieder zu dem Haus, von nun an treffen sie sich jeden Tag – außer montags, da geht Marina mit ihrem Vater zum Arzt. Ihr erster Ausflug geht zum Friedhof von Sarriá, ein Ort, von dem jeder schon gehört hat, aber kaum einer weiß, wo er ist. Dort beobachten sie eine alte Frau, die eine Rose auf ein namenloses Grab legt; auf dem Stein befindet sich nur ein schwarzer Schmetterling. Sie folgen ihr und gelangen zu einem überwucherten Gewächshaus, von der Frau keine Spur – dafür der Schmetterling an der Tür. Und das Abenteuer beginnt.

Ich bin schon ein kleiner Zafón-Fan, Marina gehört neben Der Schatten des Windes zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Man taucht sofort in das Geschehen und in das Barcelona der späten 70er-Jahre ein. Wo mich sonst detaillierte Beschreibungen in den Wahnsinn treiben, sind sie hier genau richtig für die Atmosphäre. Es entwickelt sich eine spannende, fesselnde und gruselige Geschichte (und eben keine Schnulze!) voller Geheimnisse. Geheimnisse, die man am Anfang zwar vielleicht erahnt, aber wenn sie dann gelüftet werden, überrascht es einen trotzdem.

Alles in allem ein Buch, das ich jedem ans Herz legen kann.

Kristina

Autor: Carlos Ruiz Zafón
Buchtitel:
Marina
Übersetzung:
Aus dem Spanischen von Peter Schwaar
Verlag:
Fischer Taschenbuch Verlag

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