Samstagshäppchen: Was geschah mit Ethan?

© Foto: Ilke, 2017

Ab und an schaue ich gern mal Let’s Plays auf Youtube. Dabei entdecke ich gelegentlich Games, die interessant aussehen und auf die ich sonst nicht gestoßen wäre. Eine dieser Perlen ist das Indie-Game The Vanishing of Ethan Carter.

Wir schlüpfen in die Haut von Paul Prospero, einem Privatdetektiv, der in einem Brief von dem Jungen Ethan Carter um Hilfe gebeten wird. Als er nahe dessen Wohnortes eintrifft ist bereits klar: Ethan ist verschwunden. Was passierte mit ihm, was ist das Geheimnis dieses Ortes und der Familie, wie es in dem Brief angedeutet wurde? Nun, das werden wir im Laufe des Spiels erfahren.

In der Egoperspektive bewegen wir uns durch die Welt. Durch verschiedene Rätsel, die uns gestellt werden, versuchen wir die Geschehnisse zu rekonstruieren und den Verbleib des Jungen aufzuklären. Bereits zu Beginn wird die besondere Fähigkeit von Paul Prospero klar:  mittels übernatürlicher oder eher mentaler Fähigkeiten kann er in die Vergangenheit eintauchen und dort die Geschehnisse nachvollziehen. Dazu muss man Hinweise entdecken und diese mitunter korrekt miteinander kombinieren. Hotspots sucht man vergeblich. Man muss also sehr aufmerksam durch die Spielwelt gehen. Es ist leicht, Hinweise oder gar ganze Geschichten zu übersehen. Ungewöhnlich ist ebenfalls, dass der ganze Ort verlassen scheint. Folglich sind keine Gespräche möglich. Dafür kann man übernatürliche Gesprächsfetzen hören und findet hin und wieder Zettel mit Hinweisen oder gar Geschichten, in die man eintauchen kann. Die Rätsel sind recht einfach gestaltet, also keine große Herausforderung.

Das gesamte Game ist somit sehr geheimnisvoll gehalten und durch die gut passende, musikalische Untermalung unglaublich stimmungsvoll. Gruselige und düstere Momente lassen eine Gänsehaut wachsen. Als Kontrast dient die wunderschöne, malerische Grafik. Wenn man mal keine Lust auf die Rätsel hat, kann man einfach virtuell durch den Wald oder am See spazieren gehen und staunen. Schon allein dadurch kann das Spiel als Kunstwerk betrachtet werden.

Etwas gestört hat mich das Ende, was mich mit einem Hä?zurück ließ und über das ich erstmal eine Weile nachdenken musste. Psychologische Ansätze lassen sich dann aber leicht erkennen. The Vanishing of Ethan Carter ist ein ungewöhnliches und ruhiges Spiel, auf das man sich einlassen muss, das einen dafür jedoch mit einer dichten Story und wunderschönen Bildern belohnt.

Ein ähnlich gestaltetes und kreatives Game, jedoch von einem anderen Entwickler, ist What remains of Edith Finch, welches ich mir beim nächsten Steam Sales definiv holen werde.

Ilke

Entwickler: The Astronauts
Titel: The Vanishing of Ethan Carter
Publisher: Nordic Games
Veröffentlicht: 2014

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2 Gedanken zu “Samstagshäppchen: Was geschah mit Ethan?

  1. Melanie schreibt:

    Hi Ilke,
    oh, von diesem Spiel habe ich bisher noch nichts gehört. Danke für den Tipp! 😊 „What remains…“ habe ich letzten Monat gespielt und fand es klasse, von daher glaube ich, dass mir „The Vanishing“ sicher auch zusagen wird.
    Liebe Grüße

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