Ab geht die Post!

© Foto: Georgia, 2017

Nachdem ich am Sonntag mit den Mädels einen grandiosen Spielenachmittag verbracht habe, ist es mal wieder an der Zeit für eine Rezension aus der Kategorie Verspieltes. Euch ist vielleicht durch Artikel zu Castle Panic und Zug um Zug schon aufgefallen, dass mich besonders Brettspiele mit schöner Aufmachung ansprechen. Thurn und Taxis hat alle meine Knöpfe gedrückt und ist bereits ein „all-time favourite“.

Das fürstliche Haus von Thurn und Taxis gilt als Erfinder der Post. So ist das Ziel des gleichnamigen Spieles den größten Postkutschenbetrieb in Süddeutschland und den angrenzenden Ländern aufzubauen. Dies wird dadurch erreicht, dass Streckenposten in die auf dem Spielfeld abgebildeten Städte gesetzt werden. Wer dabei am schnellsten die längsten Strecken baut und die meisten Länder komplett mit Streckenposten besiedelt, bekommt die höchste Punktzahl. Spoiler: Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. Strecken werden mit Hilfe von Stadtkarten gelegt. Hierbei ist zu beachten, dass die Städte auf den ausgelegten Karten auch auf dem Spielbrett aneinander angrenzen müssen. Eine vollständige Strecke umfasst mindestens drei Städte.

Ein großer Vorteil ist der einfache Ablauf: Als aktiver Spieler zieht man zunächst eine Stadtkarte, entweder von den sechs offen ausgelegten Karten oder verdeckt vom Nachziehstapel. Danach muss man eine Stadt ausspielen, die zu den bereits ausgelegten passt. Wenn möglich, kann jetzt eine Strecke abgeschlossen werden. Für einen solchen Abschluss gibt es Punkte. Zum einen für die Streckenlänge: Beispielsweise bekommt der Spieler, der zuerst fünf zusammenhängende Städte ausspielt einen Punkt mehr als derjenige, dem dies als Zweiter gelingt. Außerdem dürfen Häuschen (Streckenposten) gebaut werden. Hier bekommt der Mitspieler die meisten Punkte, der als Erster ein Land vollständig mit Häuschen besetzt hat. Zusätzlich kann in jedem Spielzug die besondere Fähigkeit einer Amtsperson genutzt werden. Diese bieten zum Beispiel die Möglichkeit eine Stadt mehr zu ziehen oder auszulegen. Die letzte Runde wird eingeläutet, wenn ein Spieler keine Häuschen mehr hat oder die erste Siebener-Strecke gebaut wurde.

Thurn und Taxis ist ein temporeiches Spiel, da die einzelnen Züge rasch durchgeführt werden. Je nach Glück beim Ziehen der Stadtkarten, kann jedoch die gesamte Spieldauer stark variieren. Mir gefällt das sehr, denn so ist jede Partie ein bisschen anders, zumal man auch verschiedene Taktiken ausprobieren kann: Möchte man möglichst lange Strecken bauen oder versucht man zügig alle Länder abzuklappern? Fies wird es, wenn mehrere Personen auf die gleichen Städte warten und einem das Wunschobjekt vor der Nase weggeschnappt wird. Schwuppdiwupp bin ich gezwungen meinen Plan zu überdenken. Zum Glück sind maximal vier Mitspieler möglich, so hält sich die Frustration in Grenzen. Ich liebe abwechslungsreiche Spiele und die hübsche Aufmachung mit vielen Details und Kleinteilen wie den Punkteplättchen sind für mich ein sehr geschätzter Bonus. Thurn und Taxis hat 2006 wohlverdient die Auszeichnung zum Spiel des Jahres erhalten. Mittlerweile gibt es auch zwei Erweiterungen: Glanz und Gloria und Alle Wege führen nach Rom. Ausprobieren konnte ich sie noch nicht, aber wer weiß, was die Zukunft bringt.

Georgia

Autor: Karen und Andreas Seyfarth
Titel: Thurn und Taxis
Verlag: Hans im Glück

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