Unterwegs mit närrischen Göttern und missverstandenen Eisriesen

© Foto: Georgia, 2017

Neil Gaiman und Nordische Mythologie? Klingt nach einer Kombi ganz nach meinem Geschmack. Katrin war so gut und hat mir dieses Goldstück zum Geburtstag überreicht. So bin ich an einem Sonntagnachmittag in ein winterliches Dorf abgetaucht, während vor meinem Fenster der Schnee rieselte. Entspannte Unterhaltung auf 120 Seiten in idyllischer Atmosphäre, was will man mehr?

Der Wikingerjunge Odd hatte es bisher nicht leicht im Leben. Die Dorfbewohner halten Abstand zu ihm, denn für sie ist er ein komischer Kauz. Nach dem Tod seines Vaters zertrümmerte Odd sich beim Holzfällen ein Bein. Nun ist auch noch seine Mutter neu verheiratet und der dazugehörige Stiefvater verleiht seiner Missgunst gegenüber des Stiefsohnes deutlich Ausdruck. Trotz dieser Schicksalsschläge hat Odd nie sein sonniges Gemüt verloren. Man sieht ihn immer lächeln (was weiterhin dazu beiträgt, dass ihn jeder für sonderbar hält). Der diesjährige Winter will einfach nicht dem Frühling weichen. Odd zieht sich von den anderen Menschen zurück bis er sich schließlich zur alten Jagdhütte des verstorbenen Vaters aufmacht, die tief im Wald verborgen liegt. Dort begegnet er dem Göttervater Odin und seinen Söhnen Thor und Loki. Liebenswert wie Odd ist, erklärt er sich bereit den drei verwunschenen Göttern zu helfen den Weg zurück nach Asgard zu finden, nachdem sie von den Eisriesen aus ihrer Heimat verbannt wurden.

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard greift eine nordische Sage auf und verbindet sie mit einem neuen Charakter zu einem typischen Märchen mit Gaimans atypischen Erzählstil. Man weiß, dass die Geschichte gut ausgehen wird, leidet aber trotzdem mit den Figuren mit. Zusätzlich habe ich unheimlich oft geschmunzelt. Sowohl über skurrile Geschehnisse als auch über den trockenen Humor. Wenn Odd recht nüchtern die Macho-Wikinger oder die eitlen Gottheiten beschreibt, ist das schon ein Lächeln wert. Außerdem löst der Hauptcharakter auftretende Probleme mit viel Einfallsreichtum. Ich mag es, wenn durch den Einsatz von Köpfchen das Ziel erreicht wird. Da es noch gar nicht so lange her ist, dass ich Thor: Tag der Entscheidung geschaut habe, spukten mir auch direkt die Schauspieler von Odin, Loki und Thor im Kopf herum. Fast ein wenig schade, denn die Schwarz-Weiß-Illustrationen von Chris Riddell sind wunderschön und passen hervorragend zu dem Geschriebenen. Natürlich birgt ein Kinderbuch oft nicht viele Überraschungen. Dieses hatte auf jeden Fall die eine oder andere parat und war einfach zauberhaft. Genau das Richtige für einen verschneiten Nachmittag.

Georgia

Autor: Neil Gaiman
Buchtitel: Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard
Illustration: Chris Riddell
Übersetzung: Aus dem Englischen von Andreas Steinhöfel
Verlag: Arena

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