Das Lösen von Kriminalfällen erfordert ein scharfes Gehirn

© Foto: Ilke, 2018

Es gibt diverse Serien an denen ich einen Narren gefressen habe. Jedoch schaffen es wenige mich so auf die Folter zu spannen, dass ich nicht warten kann, bis mir die aktuelle Staffel bei den Streaming-Dienstleistern zur Verfügung steht. Als ich die dritte Staffel iZombie im Laden gefunden hatte, musste ich sie haben. Obwohl eben diese Staffel knapp einen Monat später auf Netflix erschienen ist, kann ich diesen Spontankauf nicht bereuen. Noch immer bin ich vollkommen begeistert von der Kriminalfälle lösenden Zombiefrau.

Olivia „Liv“ Moore hat ein aussichtsreiches Leben vor sich. Sie ist eine erfolgreiche und kompetente Assistenzärztin und hat einen wunderbaren Verlobten. Das alles ändert sich schlagartig als sie auf einer Party mit einem Virus infiziert wird. Von nun an muss Liv ihr Leben als Zombie meistern. Solange sie den Heißhunger auf Menschenhirn stillt, bleibt sie die Herrin über ihren Verstand. So beginnt sie einen neuen Job als Gerichtsmedizinerin, um Zugang zu einer leichten Nahrungsquelle zu haben. Der Nebeneffekt des Gehirnkonsums sind Visionen über das Leben der Verstorbenen. Da es sich zumeist um Mordopfer handelt, sieht Liv Dinge, die überaus hilfreich für die Ergreifung der Täter sind. Auf Drängen ihres Chefs Ravi, der ihr auf die Schliche gekommen ist, tut sie sich mit der Polizei zusammen, um Mordfälle aufzuklären. Detective Babineaux glaubt Liv wäre ein Medium und nimmt ihre Hilfe dankend an. Neben der Aufklärung von Morden hat die frischegebackene Zombiefrau alle Hände voll zu tun ihren untoten Status vor ihrer besten Freundin Peyton und ihrem mittlerweile Ex-Verlobten Major geheim zu halten. Gar nicht so einfach, denn Peyton ist eine clevere Staatsanwältin und Livs Mitbewohnerin. Major hingegen gerät durch seine Arbeit als Sozialarbeiter zwischen die Zombiefronten. Es stellt sich heraus, dass Liv nicht das einzige Opfer des Virus ist…

iZombie gelingt ein unheimlich ansprechender und perfekt ausbalancierter Genre-Mix. Die Grundidee erinnert an die zahlreichen CSI-Serien und bringt den Krimi-Anteil mit sich, denn in jeder Folge wird ein Mord aufgeklärt. Unterlegt wird das Ganze von einer großzügigen Prise Comedy. Liv hat nicht nur Visionen über die Verstorbenen, deren Hirn sie konsumiert, sondern sie nimmt auch deren Charakterzüge an. So erleben wir die Hauptheldin beispielsweise als exzentrischen Künstler, kiffenden Teenager, strenge Domina und eiskalten Auftragsmörder. Jede Folge gleicht einem Ü-Ei. Man weiß nie, wie sich der Hauptcharakter diesmal verhalten wird. Gerade dadurch ist die Serie sehr lustig und erfrischend abwechslungsreich. Nichtsdestotrotz bringt das Leben als Zombie auch viel Drama mit sich. Liv entfernt sich immer mehr von ihrer Familie und ihren Freunden. Die alltäglichsten Sachen werden für sie fast unmöglich. Essen und Getränke schmeckt sie nur noch ab einer abnormalen Schärfe, durch Sex kann sie andere Menschen mit dem Virus anstecken, sie sieht brutale Morde aus den Augen der Opfer. Schließlich kommt auch der Horror nicht zu kurz. Immerhin handelt es sich hier um Zombies und nicht jeder von ihnen kommt so leicht an Hirn wie Liv. Die Mischung ist einfach hervorragend. Selten hat eine Serie so viele meiner Knöpfe gedrückt wie iZombie.

Für mich war das Zombie-Genre arg verbraucht, denn oft wird nur eine Sparte bedient: brutale Dramatik und Endzeitstimmung in The Walking Dead, ausschließliche Comedy in Zombieland oder handlungsarmer Splatter in Dawn of the Dead. iZombie hat mich positiv überrascht und völlig mitgerissen. Frische Handlung, liebenswerte Charaktere, genialer Soundtrack mit Rock und Nostalgie, ein gerissener und charmanter Antagonist…alles was mein Herz begehrt. Momentan sind drei Staffeln auf Deutsch erhältlich, die vierte lief dieses Jahr in den USA und eine fünfte ist geplant. Man darf gespannt sein. Die grobe Idee basiert auf der gleichnamigen Vertigo-Comicserie, was in dem comichaften Intro und den Übergängen in jeder Folge aufgegriffen. Die Handlung der Fernsehserie ist so stark verändert, dass beides eher als einzelne Story zu sehen ist. Ein Vergleich ist schwierig, so wird dem Comic vermutlich eher ein gesonderter Artikel gewidmet werden.

Georgia

Erschaffen von: Rob Thomas, Diane Ruggiero-Wright
Serientitel: iZombie
Ausgestrahlt: seit 2015

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2 Gedanken zu “Das Lösen von Kriminalfällen erfordert ein scharfes Gehirn

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