Monsterjagd im Altersheim

© Foto: Karoline, 2018

Immer wieder entdecke ich im Filmregal meines Freundes geheime Schätze. Diesmal war mein Fund besonders aufregend! Denn nichts geringeres als eine Buchverfilmung meines heiß geliebten Joe R. Lansdale wartete unscheinbar in der Ecke. Ganz im Stile des Wildwest-Monsterjägers Jebidiah Mercer versprach Bubba To-Hep Unterhaltung in feinster Trash-Manier zu werden.

Der King of Rock ist alt geworden. Seitdem er bei einem Konzert von der Bühne stürzte und sich dabei das Becken brach, fristet er sein ödes Dasein in einem texanischen Altersheim. Der echte Elvis sei tot? Das können auch nur die dummen Pflegerinnen glauben.

Er tauschte damals mit einem Double die Identität, um ein unbeschwertes Leben abseits des aufzehrenden Glamours zu genießen. Tja, nun liegt er hier, auf einer Pritsche, benutzt eine Bettpfanne und betrachtet intensiv die eitrige Wucherung an seinem besten Teil, die er liebevoll Priscilla getauft hat. Als sich mysteriöse Todesfälle in der Einrichtung häufen, beginnt er auf eigene Faust zu forschen und freundet sich mit einem weiteren Insassen an: John F. Kennedy. Der ist nämlich ebenfalls äußerst lebendig, nur aufgrund einer Vertuschungskampagne mit dunkler Hautfarbe und einer Narbe am Hinterkopf, wo sie Teile seines Gehirns durch Sandsäcke ersetzt haben. Gemeinsam entdecken Sie, dass eine Mumie die Seelen der Bewohner durch die Pobacken aufsaugt (Körperöffnung ist Körperöffnung). Jemand muss diesen ägyptischen Bastard stoppen! Und niemand wäre besser geeignet, als diese zwei alten Haudegen.

Bubba Ho-Tep hat alles, was ich mir erhofft habe. In guter Lansdale-Manier werden schrullige Charaktere aus dem Boden gestampft, die sich an Absurditäten gegenseitig übertrumpfen. Etwas Grusel und Übernatürliches ist auch dabei, aber konsequent mit einem Augenzwinkern versehen. Der legendäre Elvis wird dabei selbst von einer Legende gespielt. Bruce Campbell, der durch die Tanz der Teufel-Reihe einer der größten Horroridole wurde, ließ sich extra älter schminken, um die Rolle des greisen Mr. Presley ausfüllen zu können. Aber auch Ossie Davis verkörpert Mr. President exzellent, sodass der dynamische Schlagabtausch der beiden mich mehr als einmal laut auflachen ließ. Die Effekte, wie die Mumie oder ein riesengroßer Skarabäus, sind handgemacht und daher gut gealtert. Mit einer Dauer von 88 Minuten hat Regisseur Don Coscarelli wirklich alles aus der Kurzgeschichte Landsdales rausholen können, um einen unterhaltsamen Film ohne Hänger zu zaubern. Genau das richtige für Leute wie mich, denen die richtigen Horrorfilme zu hart sind, die sich an Halloween aber trotzdem etwas gruseln möchten!

Karoline

Regisseur: Don Coscarelli
Filmtitel: Bubba To-Tep
Erscheinungsjahr: 2002

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