Jäger und Gejagter

© Foto: Ilke, 2019

Unsere Ländermonate eignen sich für mich immer hervorragend zu einem Autoren oder Buch zu greifen, welches schon lange auf meiner imaginären „Will-ich-mal-lesen“-Liste steht. Für Schweden fiel die Wahl auf Arne Dahl, ein bedeutender Vertreter des Krimi-Genres dieses Landes.

Ein 15-Jähriges Mädchen verschwindet und der Kriminalkommissar Sam Berger setzt alles daran, sie zu finden. Er ist sicher: sie wurde entführt und wird demnächst sterben, wenn er sie nicht findet. Der Täter – ein Serienmörder, ganz klar. Leider steht er mit dieser Auffassung ziemlich allein da, denn er hat keine Beweise, nur ein Gefühl. Zudem erkennt er Parallelen zu dem vorherigen Verschwinden von zwei anderen, gleichaltrigen Mädchen. Er beginnt hinter dem Rücken seiner Kollegen eigene Ermittlungen anzustellen und findet schon bald eine wichtige Zeugin. Doch dann wendet sich das Blatt und Berger muss sich plötzlich selbst einem Verhör stellen. Wer ist die Zeugin wirklich, wer ist der Täter, gibt es noch mehr Opfer, wo befinden sich die Mädchen und was hat Bergers Vergangenheit damit zu tun?

Sieben minus eins ist mein erster Ausflug in die Welt der Schweden-Krimis. Die Stimmung ist erwartungsgemäß bedrückend, der Ermittler ist krimitypisch ein Wrack, die Informationen sind spärlich verteilt. Vieles wird angedeutet und man tappt als Leser nicht nur im Bezug auf die Handlung, sondern auch auf den Protagonisten lange im Dunkeln. Für die Kriminalstory wird so Spannung erzeugt, doch fällt es gleichzeitig dadurch schwer, eine Bindung zu dem Ermittler aufzubauen. Selbst jetzt weiß ich so gut wie nichts von Sam Berger und seinen privaten Beziehungen. Ich hatte zu Beginn einige Schwierigkeiten in die Geschichte hereinzukommen, das hat sich jedoch schnell gegeben. Der Kriminalroman ist von der ersten Seite an mitreißend  geschrieben, man wird sofort ins dramatische Geschehen geschmissen. Danach flacht die Spannung etwas ab, bis zum Plotttwist gegen Ende des ersten Drittels. Die Spannung steigt,  die Dynamik zwischen Berger und der Zeugin wechselt grundlegend. Er sieht sich nicht mehr nur in der Rolle des Ermittlers, sondern auch in der des Gejagten.

Zum Ende hin ist die Hauptstory abgeschlossen, jedoch bleiben einige lose Fäden zurück. Zu allem Überfluss wird der Leser mit einem Cliffhanger konfrontiert. Somit gibt es einen übergeordneten, größeren Handlungsstrang, der sich in den folgenden Bänden, bislang sind insgesamt drei erscheinen, weiter zeigen wird.

Ilke

Autor: Arne Dahl
Buchtitel: Sieben minus eins
Übersetzung: aus dem Schwedischen von Kerstin Schöps
Verlag: Piper

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