Der Himmel ist ein Tal voller Kirschblüten und Abenteuer

© Foto: Georgia, 2019

Nachdem Bettina bereits über den Film zu Astrid Lindgren geschwärmt hat, darf natürlich eines der Werke der berühmten Kinderbuchautorin zum aktuellen Schweden-Monat nicht fehlen. In meiner Kindheit haben mich Pippi, Ronja und Michel begleitet. So wollte ich mir ein Buch zu Gemüte führen, welches ich noch nie gelesen, aber schon immer auf dem Schirm hatte. Die Brüder Löwenherz hat mich allein wegen des Titels gereizt. Löwenherz klingt einfach großartig und erweckt in mir sofort Assoziationen zu Mut und Abenteuer. Genau diese wurden auch in vollem Umfang geliefert.

Der zehnjährige, kränkliche Karl Löwe siecht seit einem halben Jahr auf der Küchenbank seiner Mutter dahin. Kürzlich hat er ein Gespräch belauscht und erfahren, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Sein älterer Bruder Jonathan tröstet ihn mit Geschichten über Nangijala – das Land, in welches man nach dem Tod kommt. Dort werden sich die Brüder wiedersehen, für immer zusammenbleiben, Abenteuer erleben und Karl wird völlig gesund sein. Noch gehen beide Jungen davon aus, dass Karl als Erster in dieses wunderbare Land kommt. Doch es bricht ein Feuer im Haus der Familie Löwe aus und Jonathan kommt ums Leben, als er seinen kleinen Bruder aus den Flammen rettet. Wenige Monate darauf wird Karl von seiner Krankheit dahingerafft und folgt ihm nach Nangijala. Jetzt leben die beiden als Brüder Löwenherz auf einem Reiterhof im Kirschtal. Karl ist so glücklich wie nie zuvor. Dieses Glück wird getrübt als die Jungen von Tengil erfahren – einem Tyrannen, der mit seinen grausamen Soldaten das benachbarte Heckenrosental unterjocht hat. Jonathan macht sich auf den Weg, um den Menschen dort zu helfen. Als er nicht zurückkommt, reitet Karl ihm nach. Obwohl er nicht weiß, was ein Angsthase wie er ausrichten kann, wenn sein mutiger Bruder gescheitert ist.

Es war sehr interessant eine Geschichte zu lesen, die zunächst mit dem Tod der Hauptcharaktere beginnt. Wie zu erwarten war, habe ich also schon auf den ersten zehn Seiten eine Menge Tränen vergossen. Danach schien direkt ein Happy End bei der Ankunft in Nangijala in Sicht zu sein. Erst ab diesen Moment ging die Geschichte richtig los, denn der Hauptplot dreht sich um die Befreiung des Heckenrosentals. Es war ein Auf und Ab der Gefühle, wie ich es selten bei einem Kinderbuch erlebt habe. Ich konnte das Buch einfach nicht weglegen und musste wissen wie es mit den Brüdern weitergeht. Da die Geschichte aus der Sicht von Karl geschrieben ist, war der Leser genau wie er oft im Ungewissen darüber, wie es um Jonathan und andere Charaktere steht. Woran ich mich sehr gewöhnen musste, war die Erzählung aus der Ich-Perspektive. Normalerweise hält mich sowas davon ab ein Buch zu lesen. Bei den etwa 230 Seiten dachte ich mir, dass ich das schon schaffe und nach etwa einem Drittel war der Störfaktor überwunden. Manchmal hat Karl etwas mit seiner weinerlichen Art genervt, dann fiel mir wieder ein, dass er erst zehn Jahre alt ist und seine Reaktionen somit absolut verständlich sind. Es war sehr herzzerreißend wie Karl seinen Bruder für dessen unerschütterlichen Mut bewundert und selbst gar nicht bemerkt, dass er jedes Mal trotz großer Angst weitermacht und zeigt wie mutig er sein kann. Ich habe also genau das bekommen, was ich wollte: eine Erzählung über Mut und Abenteuer.

Georgia

Autor: Astrid Lindgren
Buchtitel: Die Brüder Löwenherz
Übersetzung: Aus dem Schwedischen von Anna-Liese Kornitzky
Verlag: Oetinger

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