Samstagshäppchen: Hier noch ein Schlusswort vom Autor

© Foto: Katrin, 2019

Anthologien lese ich weder besonders oft, noch gern. Da es jedoch um Terry Pratchett geht, konnte ich nicht anders, als zuzugreifen. Er ist der unverwechselbare bärtige Mann mit Hut. Der Erfinder der Scheibenwelt, die einem gleichzeitig so verrückt und vertraut ist, dass sie tatsächlich Aus der Tastatur gefallen zu sein scheint.  Er ist außerdem ein Mensch der Öffentlichkeit, der seine Alzheimer-Erkrankung mutig zum Thema gemacht hat.

Um all das geht es in dieser Sammlung von Essays, Artikeln und Reden. Aus jeder Seite springt einem der Autor nahezu entgegen. Ich hatte mir Terry Pratchett immer als  irres Genie vorgestellt. Vielleicht stimmt das auch ein wenig. Doch nach all den Jahrzehnte umfassenden Gedanken, an denen mich diese Anthologie teilhaben lässt,  ist mir nun klar, wie vielschichtig der Autor war. Seine Begeisterung fürs Schreiben reißt mit. Seine Wut über die Krankheit, die seine Arbeit behindert, berühren sehr. Seine Appelle für Sterbehilfe, einen menschenwürdigen Abgang, wecken tiefe Sympathie. Dabei ist sein kratzig-trockener, schräger Sinn für Komik  wirklich in jedem Text präsent.

Terry Pratchett nimmt einen mit auf seinen Werdegang. Wir erfahren, wie er als Junge im Tante-Emma-Pornoladen um die Ecke die erste fruchtbare Begegnung mit Science Fiction und Fantasy machte. Er erläutert, welche Tageszeit die beste zum Schreiben ist und weshalb jedes Ende eines Romanprojektes auch stets der Anfang eines neuen war.  Die letzten Texte der Sammlung befassen sich schließlich mit den Themen Altern, Krankheit, Sterben und Tod. Dort musste ich das Buch einige Male beiseite legen. Harter Stoff. Aber auch der will gelesen sein. Da stört es kaum, dass manche Thematik oder Kindheitserinnerung wiederkehrt.

Die Anthologie enthält genauso wie Terry Pratchetts Romane seine unverwechselbare Mischung aus Schwere und Leichtigkeit, Ernsthaftigkeit und Humor. Klingt gut, oder?

Katrin

Autor: Terry Pratchett
Titel: Aus der Tastatur gefallen – Gedanken über das Leben, den Tod und schwarze Hüte
Übersetzt: aus dem Englischen neu übersetzt von Gerald Jung und Regina Rawlinson
Verlag: Goldmann

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