Von Zirkuserlebnissen, feurigen Gaumenfreuden und einem verliebten Harlekin

© Foto: Ilke, 2019

Ein weiteres Mal bin ich froh, mich in der Stadtbibliothek angemeldet zu haben. Auf der Suche nach einem ganz anderen Buch erblickte ich nebenstehendes Cover und war sofort in seinen Bann gezogen. Ich hatte bisher noch nichts von Neil Gaiman gelesen, mir aber bereits vorgenommen, das zu ändern. Die perfekte Gelegenheit war gekommen.

Bei Zerbrechliche Dinge handelt es sich um eine Anthologie des Autors mit 31 Kurzgeschichten und Gedichten aus ca. 10 Jahren. Gemeinsamkeit aller Geschichten ist das Wundersame, die Magie und Zerbrechlichkeit von allem. Fantastisches und Übernatürliches werden kombiniert mit Alltäglichem, ja sogar Belanglosem. Heraus kommt eine Fülle von Storys, die eine hohe Bandbreite an Kreativität aufweisen und vom großen Talent des Autors zeugen, Geschichten auf unterschiedlichste Art zu erzählen.

So lernen wir einen verliebten Harlekin kennen, der lernen muss, dass sein Herz zu verschenken keine gute Idee ist; lösen mit Sherlock Holmes einen brisanten Fall von Adelsmord in einem lovecraftähnlichen London; erleben einen Zirkus, der seine Gäste in Schrecken versetzt und gleichzeitig Träume erfüllt und erfahren vom Weltuntergang.

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir unter anderem folgende Erzählungen:

In Oktober hat den Vorsitz  treffen sich die zwölf Monate regelmäßig, um sich Geschichten zu erzählen. Dieses Mal ist Oktober der Vorsitzende und hält seinen Beitrag zum Ende hin. Es geht dabei um einen unglücklichen Jungen, der von zu Hause wegläuft und mit einem neuen Freund Abenteuer erlebt.

Sonnenvogel berichtet über einen exklusiven Club, dessen Mitglieder bereits seit Jahrhunderten aus denselben Familien kommen und die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, alle Köstlichkeiten der Welt zu erkunden. Als es scheint, dass es nichts neues zu entdeckten gibt, erzählt ein Mitglied vom Sonnenvogel, der in Ägypten leben und äußerst schmackhaft sein soll. Mit teils gutem und teils schlechtem Gefühl macht sich die Gruppe auf in dieses Land.

Es ist für jeden Geschmack etwas dabei – es wird gruselig, grausam, romantisch, lustig,  seltsam, fantastisch, abenteuerlich. Die letzte Geschichte Der Herr des Tals ist eine American-Gods-Novelle, in der Shadow ein mörderisches Spiel voller Monster bestreiten muss. Nicht jede der Erzählungen hat mir gefallen, manche habe ich schnell wieder vergessen, andere jedoch werden mir lange im Gedächtnis bleiben. Oft wird man in eine Situation unvermittelt herein- und genauso schnell wieder herausgeschmissen , was einen etwas unbefriedigt zurücklässt, man sich aber gleichzeitig seiner eigenen Fantasie bedienen und ein eigenes Ende kreieren darf. Das Lesen der Anthologie hat mir viele zauberhafte Stunden bereitet und ich freue mich auf weitere Werke von Neil Gaiman.

Ilke

Autor: Neil Gaiman
Buchtitel: Zerbrechliche Dinge – Geschichten und Wunder
Verlag: Eichborn

2 Gedanken zu “Von Zirkuserlebnissen, feurigen Gaumenfreuden und einem verliebten Harlekin

  1. Buchperlenblog schreibt:

    Hallöchen!
    Hach, wie schön, dass du diese wunderschöne Anthologie gelesen hast! In diesen Sammlungen beweist Gaiman eindeutig sein Talent! Harlequins Valentine zählt für mich hier auch zu den Geschichten, die ewig im Kopf bleiben 🙂

    Alles liebe!
    Gabriela

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