Die Wiedergutmachung dafür, dass ihr nie einen Brief bekommen habt

© Foto: Georgia, 2019

Es ist passiert: Mein absolutes Lieblingsspiel wurde erfunden. Kampf um Hogwarts vereint drei Dinge, in die ich vernarrt bin – Kooperation, schönes Spielmaterial und Harry Potter. Meine Schwester und ich waren uns einig, dass wir es unbedingt brauchen und haben zusammengelegt. So gab es ein Weihnachtsgeschenk für uns selbst und für einander. Natürlich fingen wir direkt an zu spielen und hatten viele, viele Runden lang unseren Spaß. Den haben wir immer noch, denn noch sind wir des Spiels nicht überdrüssig und minimal süchtig. Ich zeige euch heute warum.

Kampf um Hogwarts ist für zwei bis vier Spieler ausgelegt. Jeder schlüpft in die Rolle eines geliebten Charakters: Harry, Hermine, Ron oder Neville. Ziel ist es sieben Schuljahre lang Hogwarts vor den Mächten des Bösen, aka Voldemort und seine Schergen, zu verteidigen. Bis dato haben wir es immer am Stück gespielt und somit jedes Mal die sieben Jahre nach und nach durchgezockt. Jedoch kann man beliebig beginnen bzw. sich auch einfach irgendein Schuljahr raussuchen und nur dieses durchspielen. Doch wie genau wird denn nun gespielt? Erstmal ist es gut zu wissen, dass sich das Grundprinzip an Deckmixspielen wie Dominion orientiert. Das bedeutet für jeden Charakter gibt es ein Startkartendeck und grob gesagt, werden in jedem Zug Karten ausgespielt, neue dazu gekauft und nachgezogen. So wächst das Kartendeck Stück für Stück.

Ablauf

Schauen wir uns den Ablauf im Detail für das erste Schuljahr an. Jeder wählt einen Charakter, bekommt die Startkarten und hat zehn Herzen, die als eine Art von Lebenspunkten fungieren. Zu den Herzen sei gesagt: Wenn man bei null angelangt ist, wird trotzdem weitergespielt. Es kommt lediglich zu Nachteilen in der aktuellen Runde, wie dem Abwerfen der Hälfte seiner Handkarten. Das bedeutet niemand kann aus dem Spiel ausscheiden. Entweder gewinnen oder verlieren alle gemeinsam. Es gibt für jedes Schuljahr zwei bis drei Orte, die verteidigt werden müssen. Im ersten Jahr sind es die Winkelgasse und wenn diese vom Bösen eingenommen wird, geht es weiter mit dem Spiegel Nerhegeb. Wird auch dieser eingenommen, ist das Spiel verloren. Jeder Ort verkraftet eine bestimmte Anzahl an Schadenspunkten. Sobald diese erreicht ist, wird die Ortskarte abgelegt. Als nächstes kommen die Bösewichte ins Spiel. In der ersten Runde sind das Draco Malfoy, Crabbe & Goyle und Professor Quirrell. Einer davon wird jeweils aufgedeckt und Ziel ist es ihn zu besiegen. Dann folgt der nächste Schurke. Hat man alle kaputt gespielt, ist die Runde gewonnen. Ähnlich wie die Orte verkraften die bösen Jungs eine bestimmte Anzahl an Schadenspunkten. Diese werden als Plättchen in Blitzform dargestellt, während die Schadenspunkte der Orte kleine Metalltotenschädel sind. Im Verlauf der Schuljahre kommen weitere Bösewichte hinzu, so dass man stetig gegen mehr Gegner antritt. Zeitgleich erhöht sich auch die Gegneranzahl gegen die gleichzeitig gekämpft wird. Beginnt man zunächst mit einem, stehen den Spielern zum Schluss jederzeit drei Schergen gegenüber. Der Schwierigkeitsgrad steigt dadurch stark.

Aufbau

Kommen wir nun dazu wie eine Runde aufgebaut ist. Zunächst werden Dunkle-Künste-Karten aufgedeckt. Der Ort gibt an wie viele. Diese Karten bringen immer Nachteile für die Spieler mit sich. Beispielsweise sorgen sie dafür, dass die Charaktere Herzen verlieren, Karten abgeben müssen, die eigenen Aktionen eingeschränkt werden oder der Ort Schadenspunkte erhält. Dies kann nur den aktiven Spieler betreffen oder auch alle. Danach wird die Fähigkeit des aktiven Bösewichts durchgeführt. Im Prinzip haben die Fähigkeiten nahezu die gleichen Auswirkungen wie die Dunkle-Künste-Karten. Nun ist man endlich am Zug. Der eigene Zug besteht aus dem Ausspielen der fünf Handkarten aka die Hogwartskarten. Diese Karten können Zaubersprüche (Alohomora, Wingardium Leviosa), Gegenstände (Schokofrosch, Quidditchausrüstung) oder Verbündete (Dumbledore, Oliver Wood) sein. Unabhängig von ihrer Bezeichnung bringen sie verschiedene Vorteile mit sich. Beispielsweise erhalten die Spieler Herzen und/oder Geld, können zusätzliche Karten ziehen, Schadenspunkte den Bösewichten zufügen oder Schadenspunkte vom Ort entfernen. Wurden alle möglichen Handkarten ausgespielt, können weitere Hogwartskarten zum eigenen Deck dazu gekauft werden. Es gibt jederzeit eine Auslage von sechs Karten. Umso besser die Fähigkeiten der Karte, umso teurer ist sie. Danach werden alle ausgespielten und dazu gekauften Karten abgelegt und fünf neue Handkarten nachgezogen. Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, wird der Ablagestapel gemischt und zum neuen Nachziehstapel. So arbeitet sich jeder Charakter mehrfach durch sein Kartendeck.

Mit jedem Schuljahr kommen weitere Bösewichte, Dunkle-Künste-Karten und Hogwartskarten hinzu. Die Orte werden ausgetauscht und man gibt bei einem Wechsel ins neue Schuljahr seine dazugekauften Karten ab. Dadurch beginnt man immer mit den zehn Startkarten des jeweiligen Charakters. Bei Harry sind zum Beispiel Hedwig und der Tarnumhang enthalten. Im dritten und siebten Schuljahr erhalten die Charaktere noch zusätzliche Fähigkeiten. Außerdem kommen auch immer mal neue Spielelemente hinzu. Beispielsweise gibt es ab dem vierten Jahr Verbündete, die den Spieler einen von vier Hauswürfeln werfen lassen. Diese verhelfen einem auch zu Herzen, Geld oder anderen Vorteilen. Im siebten Jahr müssen neben den Bösewichten auch Voldemorts Horcruxe zerstört werden. Diese richten bis dahin ähnlichen Schaden an, wie die Schurken. Alles in allem ist dieses Spiel sehr durchdacht und das hat sich gelohnt. Auch wenn Kampf um Hogwarts aufgrund der Länge meiner Rezension kompliziert klingen mag, ist es einfach reinzukommen. Man hat schnell den Rundenablauf verinnerlicht und alles andere steht auf den jeweiligen Karten. Es macht unglaublich viel Spaß und hat den schönen Effekt, dass man in die magische Welt von Harry Potter eintaucht und ganz nostalgisch wird. Der stetig steigende Schwierigkeitsgrad und die dazukommenden Spielelemente sorgen dafür, dass es spannend bleibt. Ich kann es jedem Harry-Potter-Fan, der gern spielt, wärmsten ans Herz legen. Ihr werdet bestimmt genauso viel Freude daran haben wie meine Schwester und ich.

Georgia

Autoren: Forrest-Pruzan Creative, Kami Mandell, Andrew Wolf
Titel: Harry Potter – Kampf um Hogwarts
Verlag: Kosmos

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