Monster niedermähen, Schätze einsacken, Freunde bekämpfen

© Foto: Georgia, 2020

Mittlerweile habe ich mich als Spielercharakter an zwei Pen-&-Paper-Rollenspiele herangetastet. In der Vergangenheit erschien mir das immer als sehr komplex und schwierig. Das hat sich jetzt als Fehleinschätzung herausgestellt, wenn man nicht gerade Spielleiter ist. Vielleicht habe ich mich auch von einem Kartenspiel, das grob an Pen&Paper angelehnt ist, irritieren lassen. Munchkin macht mir unglaublich viel Spaß, jedoch gibt es diverse Kartentexte zu lesen und Gegebenheiten zu beachten. Je nachdem wie viele Personen mitmachen und wie ungnädig man untereinander ist, kann eine Partie Munchkin sich auch sehr in die Länge ziehen. Persönlich gefällt mir das sehr gut und ich dachte mir, es wird mal Zeit für eine Rezension.

Das Grundprinzip ist schnell erklärt: Jeder startet auf Stufe Eins und Gewinner ist derjenige, der zuerst Stufe Zehn erreicht. Das Aufsteigen funktioniert durch Töten von Monstern in einem Dungeon. Ein klein wenig wie bei Welcome to the Dungeon mit mehr Details und Material. Die Runde beginnt indem der aktive Spieler eine Tür zum Dungeon eintritt und ein Monster aufdeckt (verborgenhinter einer Türkarte). Dieses hat wiederrum auch eine Stufe, gegebenenfalls besondere Fähigkeiten und eine Belohnung, die der Kämpfer für das Besiegen des Monsters bekommt. Im Regelfall handelt es sich dabei um eine Stufe und Schatzkarten. Die eigene Stufe sowie Sonderpunkte durch Ausrüstungsgegenstände und einmalig einsetzbare Aktionen müssen in Summe höher sein als die Stufe des Monsters. Ausrüstungsgegenstände und Aktionen bekommt man durch die zufällig verteilten Handkarten zu Spielbeginn, Schatzkarten und Türkarten. Denn nicht hinter jeder Tür verbirgt sich ein Monster. Sollte jemand auf einen leeren Dungeon treffen, dann wird dieser geplündert bzw. kann auch eine Monsterkarten von der Hand gespielt werden. Bestenfalls ein Vieh, welches leicht zu besiegen ist, damit trotz leerem Raum eine Stufe dazukommt.

Im Regelfall zieht jeder im Spielverlauf eine Rassen- und Klassenkarte. Mögliche Rassen sind Elfen, Zwerge, Halblinge oder auch Mensch, so lange keine Rassenkarte ausgespielt wurde. Weiterhin gibt es vier mögliche Klassen: Dieb, Krieger, Priester und Zauberer. Jede Klasse und Rasse bringt verschiedene Fähigkeiten mit sich. Zum Beispiel können Zwerge mehr bzw. größere Gegenstände tragen und Elfen steige eine Stufe auf, wenn sie Mitspielern im Kampf zur Seite stehen. Krieger gewinnen auch bei Punktegleichstand gegen Monster und Zauberer gehen dem Monster aus dem Weg indem sie alle Handkarten abwerfen. Vor allem in den ersten Runden schafft man es selten das gezogene Monster allein zu besiegen. Entweder wird versucht wegzulaufen oder die anderen Spieler leisten Unterstützung. Beim Weglaufen entscheidet ein Würfel, ob das von Erfolg gekrönt oder das Monster schneller ist. Die Unterstützer dürfen aushandeln, was sie als Gegenleistung möchten. Stufen erhält nur der aktive Spieler (außer Elfen helfen), jedoch kann mit den Schätzen gehandelt werden. Genauso gut kann sich auch gegenseitig in den Rücken gefallen werden. Es gibt Karten, welche die Kampfkraft erhöhen und hier wird entschieden, ob diese für den Spieler oder das Monster genutzt werden. So kann verhindert werden, dass ein anderer eine Stufe aufsteigt. Ist das Monster zu stark und Weglaufen keine Option passieren schlimme Dinge. Je nach Monster kann es sein, dass alle Handkarten und ausgespielte Ausrüstung weg sind oder sogar wieder bei Stufe Eins gestartet wird.

Munchkin bereitet mir viel Freude vor allem durch die kreativen Karten. Es gibt beispielsweise als Ausrüstung die Knieschützer der Verlockung. Der Besitzer kann Mitspieler dazu zwingen im Kampf zu helfen und das ohne Gegenleistung. Es gibt als Monster den Anwalt, der keine Diebe angreift – berufliche Höflichkeit. So macht allein schon das Lesen der Kartentexte viel Freude. Theoretisch steht auf den Karten alles drauf, damit man weiß wie sie einzusetzen sind. Ansonsten hilft die Anleitung oder man einigt sich untereinander wie bestimmte Dinge gehandhabt werden. Mittlerweile gibt es auch für Munchkin unglaublich viele Erweiterungen, so dass beispielsweise Vampire, Zombies, Clown-Krieger (anstatt Klonkrieger) und Superhelden-Parodien ihren Weg ins Abenteuer finden. Es wird also nie langweilig.

Georgia

Autor: Steve Jackson
Illustrator: John Kovalic
Titel: Munchkin
Verlag: Pegasus Spiele

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