Das Haus der Seltsamkeiten

© Foto: Ilke, 2020

Es kommt vor, dass ich mich für Rezensionen von Büchern interessiere, die ich bereits gelesen habe. So war es auch bei Die Schleife von Peter Clines. Es hieß, dass seine Romane Der Raum und Der Spalt viel besser seien. Von Neugier gepackt, las ich mir den Inhalt beider Werke durch und wollte anschließend unbedingt ersteres lesen.

Obwohl Nate Tucker nahe Hollywood wohnt, bekommt er nichts von dessen Glamour mit. Im Gegenteil, sein Job ist mies bezahlt und öde, sein Privatleben langweilig, und dann löst sich auch noch seine WG auf. Zum Glück erfährt er zufällig von einem freistehenden Appartment in der Nähe, noch dazu zu einer unschlagbar günstigen Miete. Flugs zieht er ein und bekommt bereits am ersten Tag den Eindruck, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt. Weitere Beobachtungen und Gespräche mit seinen Nachbarn bestätigen seine Annahme. Zusammen versuchen sie herauszufinden, was es mit den grün-leuchtenden Kakerlaken, verschlossenen Türen und weiteren Geheimnissen auf sich hat. Den Warnungen des Hausmeisters zum Trotz forschen sie immer weiter und schlittern dabei in ein Abenteuer, das viel gefährlicher wird, als sich jede Traumfabrik es hätte ausmalen können.

Im Gegensatz zu den mir bekannten Mystery-Häusern diverser Serien und Filme fand ich das KAVACH-Haus, so der Name des Gebäudes, gemütlich und heimelig. Trotz der Geheimnisse und Seltsamkeiten strahlte es stets eine gewisse Sicherheit aus. Zudem wurden Nates Nachbarn auf natürliche und sympathische Weise vorgestellt. Beflügelt von der Vorstellung, den Geheimnissen auf den Grund zu gehen, wachsen sie nach und nach zu einer Gemeinschaft zusammen, die sich gegenseitig den Rücken stärkt. Dass sie sich mit Scooby-Doo-Charakteren vergleichen macht sie umso liebenswürdiger.

Drei Viertel des Buches sind in einem eher langsamen Tempo erzählt. Es gibt Überraschungen, die jedoch nie wirklich gefährlich werden. Das ändert sich im letzten Viertel; hier geht es dann zur Sache. Der Klappentext verrät das ja bereits. Trotzdem hätte es mir gefallen, wenn die Charaktere noch  tiefgründiger betrachtet worden wären. Am Ende war ich etwas traurig, dass ich das Haus und die Bewohner bereits gehen lassen musste.

Ilke

Autor: Peter Clines
Buchtitel: Der Raum
Übersetzung: Aus dem amerikanischen Englisch von Marcel Häußler
Verlag: Heyne

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