Kartenchaos³

© Foto: Georgia, 2020

Welcher Spielenerd kennt es nicht? Es gibt Spiele, die komplex sind und auch mal länger dauern. Wenn der Abend noch nicht rum ist, braucht man danach etwas Einfaches und Kurzweiliges – sprich ein Spiel für Zwischendurch. Wie der Zufall es will, habe ich (unter anderem) drei hübsche Kartenspiele, die in diese Kategorie fallen. Zwei davon kommen zusätzlich sehr humorvoll daher und das Dritte ist eines meiner geliebten Kooperationsspiele. Klingt gut? Dann Vorhang auf für das Kartenchaos.

Drecksau

Allein den Namen finde ich persönlich bereits großartig. Jeder Spieler bekommt drei bis fünf Karten mit je einem sauberen Schweinchen ausgeteilt. Die Anzahl ist abhängig von der Menge an Mitspielern. Ziel ist es jedes seiner Schweinchen dreckig zu machen, denn nur ein dreckiges Schwein ist ein glückliches Schwein. Dafür bekommt man Handkarten und kann pro Zug eine ausspielen. Diese können entweder das eigene Schwein einsauen oder ein gegnerisches wieder säubern. Um das Ganze interessanter zu gestalten, gibt es auch Aktionen, durch die das Schwein beispielsweise einen Stall bekommt und so vor dem sauber machenden Regen geschützt wird. Selbstverständlich finden sich ebenso welche, die die Ställe der Mitspieler durch einen Blitzschlag abfackeln lassen und andere kleine Gemeinheiten. Da immer nur eine Karte ausgespielt wird, gehen die Züge sehr schnell von statten und es macht viel Spaß seine Gegner zu Weißglut zu treiben. Die Regeln sind kurz und knackig erklärt – perfekt für Zwischendurch.

Exploding Kittens

Ebenso kurzweilig wie Drecksau ist Exploding Kittens. Das Kickstarterspiel besticht vor allem durch seine humorvollen Kartentexte und -bilder. Jeder Spieler bekommt sieben Handkarten. Die Übrigen werden gemischt und als Stapel in die Tischmitte gelegt. In jeder Runde wird eine Karte aufgedeckt. Erwischt man ein Exploding Kitten ist man raus aus dem Spiel, sofern keine Entschärfungsaktion von der Hand gespielt werden kann. Der übrigbleibende Spieler hat gewonnen. Vor dem Aufdecken können so viele Aktionen ausgespielt werden, wie man möchte. Beispielsweise können dadurch von den Mitspielern Karten geklaut, sich die Obersten vom Stapel angeschaut oder der eigene Zug übersprungen werden. Kurzum es wird das gemacht, was im Kartentext steht – bestechend einfach und trotzdem einfach wunderbar, da die Entwickler sehr kreativ waren. Das beginnt bei Geheimdiensthasen, geht über das Hyper-Katzenklo bis hin zu Party-Eichhörnchen, die dich versklaven wollen. Klingt bescheuert? Ist es auch und genau deshalb so empfehlenswert.

The Game

The Game ist der Vorläufer von The Mind und dem Spielprinzip sehr ähnlich, jedoch auch etwas einfacher. Es gibt je eine Karte mit einer Zahl von eins bis 100. Ziel ist es gemeinsam Stapel zu bilden und alle 100 unterzubringen. Vier Ablageorte werden in der Tischmitte gebildet. Zwei davon gehen von der Eins zur 100, die anderen beiden in entgegengesetzte Richtung (von 100 zur Eins). Der aktive Spieler darf so viele Handkarten ablegen, wie er möchte (mindestens zwei sind Pflicht). Beispielsweise kann auf einem Stapel, der aufsteigend gelegt wird, eine 15 abgelegt werden und darauf eine 20. Oder umgekehrt kann auf einer der absteigenden Ablagen eine 95 gefolgt von einer 77 liegen. Dabei sollte bedacht werden, dass die Mitspieler ebenso ihre Karten los werden müssen. Die Gruppe hat verloren, wenn ein Spieler eine seiner Zahlen nicht mehr unterbringen kann. Im Gegensatz zu The Mind wird hier miteinander aktiv kommuniziert. Ich darf zwar nicht sagen, dass ich eine 75 auf der Hand habe, aber zumindest kann ich darauf hinweisen, dass bis ich dran bin keiner etwas auf den zweiten Stapel ablegen soll. Es ist unfassbar wie nervenaufreibend einfaches Ablegen sein kann und wie kreativ man in seinen Umschreibungen wird, um den anderen Spielern Hinweise zu geben.

Alle drei Spiele sind angenehm kurzweilig, haben überschaubare Regeln und ihren ganz eigenen Reiz. Schweine dreckig machen, sich vor explodierenden Kätzchen retten oder adrenalinreiches Zahlenreihen bilden? Ihr habt die Wahl. (Es spricht auch nichts dagegen alle an einem Tag zu testen ;))

Georgia

 Autor: Frank Bebenroth
Titel: Drecksau
Verlag: Kosmos

Autoren: Elan Lee, Matthew Inman, Shane Small
Titel: Exploding Kittens
Verlag: Asmodee

Autor: Steffen Benndorf
Titel: The Game
Verlag: NSV

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