Samstagshäppchen: Schluck Staub, du mörderisches Outback!

© Foto: Karoline, 2020

Es war mal wieder Thriller-Time! Selten nehme ich einen zur Hand und wenn das der Fall ist, dann muss er etwas Besonderes sein. Eine Reise ins Outback passte da ganz gut ins Bild und so gab ich der Empfehlung meines Buchhändlers des Vertrauens nach und griff zu diesem Kleinod.

Vor einem Jahr erschoss der Pfarrer Byron Swift fünf Menschen vor seiner Kirche. Anschließend wurde er vom örtlichen Polizisten selbst gerichtet. Obwohl die Akte geschlossen ist, gibt die unfassbare Tat noch immer Rätsel auf. Wieso lief der Hirte Gottes Amok? Warum riss er nur diese bestimmten fünf Menschen mit in den Tod? Und wie geht es dem kleinen Örtchen Rivers End einem Jahr später? Das alles soll der Journalist Martin Scarsden herausfinden. Mitten im Outback, in der prallen Hitze Australiens, soll er eine reißerische Geschichte fabrizieren und somit sein eigenes Trauma überwinden. Doch das kleine Kaff birgt mehr als ein Geheimnis.

Was Outback für mich so herausragend macht, sind seine Charakterzeichnungen. Gemeinsam mit Journalist Martin entdeckte ich die schrulligen Einwohner der Gegend, die ein buntes Potpourri voller Ausgestoßener und Aussteiger bilden. Wir lernten eine junge Buchhändlerin kennen, die mehr Geld mit Kaffee und Kuchen als mit dem Verkauf von Büchern verdient und wir machten Bekanntschaft mit den einsamen Seelen des Outbacks; mit Männern, die alles verloren haben, für das es sich zu leben lohnt. Der Autor versteht es dabei, anfangs gewonnene Eindrücke grundlegend über den Haufen zu werfen und aus vermeintlichen Engeln wahre Monster zu erschaffen. Je mehr Martin Scarsden nachforscht, desto mehr menschliche Abgründe treten zutage – bis sich sogar die Polizei und weitere Behörden einschalten müssen.

Was passt besser zu einem Sommermonat als Outback? Ich konnte bei jeder einzelnen Zeile des Romans die brütende Hitze spüren und den allgegenwärtigen Staub schmecken. Chris Hammer holte mich direkt in ein Outback-Dorf, das meiner eigenen Heimat gar nicht so unähnlich ist. Trotz der hohen Temperaturen führte er mich diverse Male aufs Glatteis, sodass ich genau wie Journalist Martin bis ganz zum Ende bei der Lösung des Falls im Dunkeln tappte. Genau das macht für mich einen guten Thriller aus.

Karoline

Autor: Chris Hammer
Buchtitel: Outback
Übersetzung: aus dem australischen Englisch von Rainer Schmidt
Verlag: Fischer Scherz

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