Erbe mit Ärger

© Foto: Kristina, 2020

Er ist ein Mann, der nichts zu verlieren hat. Als Expolizist Henrik Falkner die Nachricht bekommt, in Lissabon ein nicht näher beschriebenes Erbe antreten zu können, bucht er kurzerhand einen Flug und macht sich auf den Weg in die Stadt am Tejo.

Vor Ort angekommen, eröffnet ihm der Notar, dass er von seinem verstorbenen Onkel Martin ein Mietshaus inklusive Antiquariat erben könnte – einzige Bedingung ist, er darf es auf keinen Fall verkaufen. Doch alles, was Henrik in den wenigen Stunden nach seiner Ankunft in Lissabon erlebt, spricht genau dafür: Ein Mordanschlag, Mieter, die nicht reden, weitere Geheimnisse im Antiquariat und ein Kaufangebot von 1,1 Millionen Euro. Wer würde da nicht schwach werden und ganz schnell wieder nach Deutschland verschwinden? Doch Henriks Ermittler-Instinkt ist geweckt und er entscheidet sich für das Erbe mit allen Konsequenzen.

Das Antiquariat seines Onkels birgt nicht einfach nur altes Zeug, es ist scheinbar ein Sammelsurium an Hinweisen auf ungelöste Verbrechen. So dauert es auch nicht lang, bis Henrik über die ersten Leichen stolpert und fast selbst zu einer wird. Was hat sein Onkel ihm da bloß hinterlassen? Eine Aufgabe. Gerechtigkeit zu schaffen und vor allem den Mörder von Martins Lebenspartner João zu finden. Der starb vor vielen Jahren unter seltsamen Umständen und auch an Martins plötzlichem Tod gibt es Zweifel. Es beginnt eine Jagd auf einen Unbekannten, tief verwurzelt in der Politik und Wirtschaft Portugals, Teil der Diktatur Salazars und brandgefährlich.

Jeder der fünf Bände dreht sich um ein ungelöstes Verbrechen, während Henrik nebenbei der Lösung des großen Ganzen, die Frage nach dem Mörder von João, immer näher kommt. Dabei stehen ihm Martins Steuerberaterin Adriana, der Mönch Bruno, die Krankenhausärztin Filipa und  auch die Polizistin Helena mehr oder weniger freiwillig zur Seite. Alle Bände sind spannend, man kann richtig in der Lektüre versinken und mitfiebern. Gleichzeitig kann man bei der Beschreibung der Stadt und des Lebensgefühls in Erinnerungen schwelgen – ich war vor ein paar Jahren selbst in Lissabon – und Dank den auf den inneren Umschlagseiten abgedruckten Stadtplanauschnitten auch die Wege super nachvollziehen. Für ein wenig Comedy sorgen die Auftritte von Henriks Eltern; seine Mutter ist mit seinem Lebenswandel und der Flucht nach Lissabon eher weniger einverstanden und sein Vater bringt Henrik in so manche amourös bedingte Bredouille.

Alles in allem ein wunderbarer Mix, der bis zum letzten Band nicht langweilig wird. Ich könnte immer wieder reinschmökern und mich in die Stadt am Tejo träumen.

Kristina

Autor: Luis Sellano (Pseudonym von Oliver Kern)
Buchtitel:
Portugiesisches Erbe – Portugiesische Rache – Portugiesische Tränen – Portugiesisches Blut -Portugiesische Wahrheit

Verlag:
Heyne

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