Tausche 12 gegen 1

© Foto: Ilke, 2020

Eines schicksalhaften Spieleabends im Spätsommer setzte ich mich neugierig an einen Tisch, an dem gerade ein mir bisher unbekanntes Kartenspiel erklärt wurde. Ohne zu überlegen spielte ich mit. Dies war der Anfang einer Obsession, die mich bis heute nicht loslässt.Entgegen den meisten Kartenspielen gewinnt bei Skyjo die Person mit der geringsten Punktzahl. Jeder bekommt zunächst zwölf Karten ausgehändigt, die er in drei Viererreihen verdeckt vor sich auslegt. Auf jeder Karte ist eine Zahl von -2 bis 12 abgebildet. In der Mitte befindet sich der verdeckte Nachziehstapel. Die erste Karte davon wird aufgedeckt und neben den Stapel gelegt. Nun deckt jeder zwei Karten seines Decks auf. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl beginnt. Er kann nun entweder eine Karte vom offenen Ablagestapel oder vom verdeckten Nachziehstapel nehmen und mit einer seiner ausliegenden Karten tauschen. Möchte er die verdeckt gezogene Karte nicht haben, legt er sie auf den Ablagestapel und dreht stattdessen eine der Ausliegenden um. Somit ist sein Zug beendet und die nächste Person ist dran. Hat man drei Karten mit der gleichen Zahl in einer Spalte liegen, werden diese auf den Ablagestapel gelegt. Somit lohnt es sich, Zahlenkarten zu sammeln. Gleichzeitig lebt man in dem Risiko, durch die erhöhte Gesamtpunktzahl zu verlieren. Wenn ein Spieler seine letzte verdeckte Karte getauscht oder aufgedeckt hat, wird die Endrunde eingeleitet, die nachfolgenden Spieler sind nur noch einmal dran. Dabei sollte die Person, welche die Endrunde einleitet sicher sein, die geringste Gesamtpunktzahl zu haben, sonst verliert sie mit doppelter Punktzahl.

Skyjo ist eine spannende Mischung aus Glücks- und Strategiespiel. Es ist ratsam, seine Mitspieler und die aufgedeckten Karten stets im Auge zu behalten, sowie die Punkte der anderen zu zählen. Es ist stets ein Drahtseilakt, die eine hohe Karte, die man loswerden will, doch zu behalten oder abzuwerfen und der nachfolgenden Person in die Karten zu spielen. Dem gegenüber ist immer eine Portion Glück dabei, welche Karten man vor sich liegen hat und welche man zieht. Uns ist unklar, wie es so oft dazu kommen kann, dass man eine verdeckte Karte zieht und gegen eine verdeckte tauscht und diese genau denselben Wert hat. Außerdem kommt es unglaublich oft vor, dass die letzte Karte, die man aufdeckt, eine hohe ist. Obwohl das Spiel sehr simpel und repetetiv ist, verliert es auch nach wochenlangem Zocken nichts von seinem hohen Suchtcharakter.

Nachdem wir ca. zwei Monate regelmäßig gespielt haben, stellten wir fest, dass wir anderen Regeln folgten, dies ist der Nachteil von Mund-zu-Mund-Übertragung. Unsere Spielweise war etwas freier und ließ mehr Sammelaktionen zu, so war es beispielsweise immer möglich, eine seiner eigenen Karten umzudrehen, statt eine zu ziehen. Die letzten Runden hielten wir uns dann an die offiziellen Regeln. Das Spiel wurde dadurch unkontrollierter und spannender, vor allem in großer Runde.

Egal wie man Skyjo spielt, es ist schnell erklärt und macht irre viel Spaß.

Ilke

Autoren: Alexander Bernhardt
Titel: Skyjo
Verlag: Magilano

Ein Gedanke zu “Tausche 12 gegen 1

  1. bullion schreibt:

    Das Spiel begleitet uns auch seit dem Frühjahr. Haben es schon sehr oft gespielt. Geht schnell, ist stets spannend und unterhaltsam. Ein guter Tipp! 🙂

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