Hua Mulan

© Foto: disney.de, 2020

Ich muss gestehen, dass ich damals in den 90ern Mulan als Disneyfilm gar nicht so wahrgenommen hatte. Etwas später, nach einmaligem Schauen, tat ich ihn als Naja-geht-so ab. Umso erstaunter war ich, als ich den Trailer zu der Realverfilmung sensationell fand und Lust auf den Film bekam. Dank Disney+ hatte ich am Wochenende nun das Vergnügen.

Mulan wächst im alten China und den dort herrschenden strengen Regeln auf. Ihr Vater lässt sie ihre Wildheit ausleben, was ihm Kritik von seiner Frau einbringt. Sie hat Sorge um die Zukunft ihrer Tochter. Als sie dann einer Heiratsvermittlerin vorgestellt wird geht alles schief, was schief gehen kann, mitsamt öffentlicher Demütigung. Mulan lässt sich davon nicht unterkriegen, sie ist dem Kampf und Klettern eh mehr zugetan als damenhaft zu sein und einen Ehemann zu finden.

Zur gleichen Zeit spitzt sich der herrschende Krieg zu und der Kaiser lässt Männer aus der Bevölkerung rekrutieren; so auch in Mulans Dorf. Da ihr Vater, ein ehemaliger Kriegsheld, das einzige männliche Familienmitglied ist, will er natürlich seiner Pflicht nachzukommen und in den Krieg ziehen, obwohl er vom letzten Krieg körperlich gezeichnet ist. Mulan kann und möchte das nicht zulassen und gleichzeitig ihrem Schicksal als Ehefrau entfliehen, stiehlt nachts Uniform, Einberufung und Pferd und macht sich auf den Weg ins Trainingslager. Dort angekommen hat sie alle Mühe damit, ihr wahres Geschlecht zu verbergen und den Anforderungen gerecht zu werden. Ihr Mut, ihr Wille und ihr starkes Chi helfen ihr dabei. Noch während der Ausbildung wird ein benachbartes Batallion angegriffen und sie müssen sofort in den Krieg ziehen. Ihr Gegner ist nicht nur zahlenmäßig überlegen, sondern hat zudem noch eine Hexe bei sich.

Im Gegenzug zur Trickfilmversion verzichtet das neue Mulan auf ulkige Charaktere wie den Drachen Mushu und auf Gesangseinlagen. Die Handlung wurde mehr der chinesischen Ballade von Hua Mulan angepasst. Zudem muss sich Mulan nicht mit einer Liebesgeschichte herumplagen. Der ernste Charakter der Verfilmung hat mir sehr gut gefallen, ebenso die Einführung der Hexe Xianniang. Die Handlung wirkt erwachsen und kritisch. Ich mochte zudem die Kampfchoreografien und Optik des Films sehr. Musikalisch wurde die Handlung gut unterstrichen. Meiner Meinung nach hätten die Nebencharaktere mehr ausgearbeitet werden können, vor allem Xianniang fand ich sehr spannend. Außer Mulan blieben sie leider recht flach. Ich finde es ein schönes Gimmick, dass Christina Aguilera erneut ein Lied beigesteuert hat und im Abspann ihr Song von 1998 dabei ist.

Ilke

Regisseurin: Niki Caro
Filmtitel: Mulan
Erscheinungsjahr: 2020

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