Mein Leben und ich … in Mexiko

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© Foto: Ilke, 2021

Mexiko hat mit unschönen Klischees zu kämpfen: Korruption, Drogen, Verbrechen. Es wird leicht vergessen, was das Land an positiven Seiten zu bieten hat. Die gebührtige Österreicherin Dorothee Bliem lässt sich davon nicht abschrecken. Sie bewirbt sich beim deutschen Kulturinstitut als Deutschlehrerin, erhält die Stelle und zieht für ein Jahr in die mexikanische Großstadt San Luis Potosí.

Viel weiß sie nicht über das Land, was ihr eine gute Unvoreingenommenheit beschert. Alles mitnehmen, alles aufsaugen, das ist ihre Devise. Der erste Kulturschock ließ nicht lange auf sich warten. Das Institut hatte ihr eine voll ausgestattete Wohnung besorgt, wobei die Begrifflichkeit kulturelle Ansichtssache ist. So fand sich Doro in einem spärlich eingerichteten Zimmer eines heruntergekommenen 6er WG-Hauses wieder, das liebevoll Casona (alte Villa) genannt wird. Improvisierte Möbel, nicht funktionierende Türklingel, unüberdachter Flur, in Plastik eingepackter Router und scharfkantige Stufen, das war ihr neues Zuhause.

Den Charme des Hauses lernte sie schnell kennen, genauso wie die wunderbare landestypische Mentalität von Einfachheit und Vertrauen darauf, dass alles gut gehen wird. Ihre Mitbewohner nahmen sie nicht nur freundlich auf, sondern halfen ihr auch dabei, sich in Mexiko zurechtzufinden und das ein oder andere Abenteuer zu erleben. Ob Ess- und Trinkgewohnheiten, Datingverhalten, (öffentliche) Verkehrsmittel, Behördengänge oder Freizeitaktivitäten, Doro lässt uns auf unterhaltsame Weise daran teilhaben. Sie erzählt in fünfzehn Kapiteln allerlei skurrile, denkwürdige, chaotische und lustige Situationen, die sie im Laufe ihres auf anderthalb Jahre ausgedehnten Aufenthalts in San Luis erlebt hat. Sie beschreibt flüssig und humorvoll und erklärt dabei noch Hintergründe, sofern sie diese kennt.

Somit erhält der Leser einen ganz persönlichen Eindruck von Mexiko und erfährt dabei noch allerlei Interessantes und Wissenswertes. Was hat es mit Schokolade und Dating auf sich? Warum ist die Schwimmweste ein übliches Kleidungsstück? Wie fand sie das Essen in Mexiko? Welche Musikrichtung hat sie so begeistert? Welche Feste gibt es? Und natürlich: Was es mit dem Titel auf sich? Ich hatte viel Freude beim Lesen und kann das Buch jeden empfehlen.

Ilke

Autorin: Dorothee Bliem
Buchtitel: Diese Mutter ist voll Vater: Ein Streifzug durch meinen mexikanischen Alltagsdschungel
Herausgeber: epubli

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