Der Abfall der Gesellschaft

© Foto: Karoline, 2021

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich Joe gelesen habe. Doch wie sein Pendant Fay ließ er mich einfach nicht los. Zu realistisch wurden mir die Abgründe der Gesellschaft vor Augen geführt. Zu intensiv war das Gefühl der Ohnmacht, mit dem mich das Buch am Ende regelrecht zerstörte. Und genau wie Fay wurde es dadurch eines meiner Jahreshighlights, denn bei all dem Stoff, den wir lesen, stumpfen wir doch gelegentlich etwas ab. Umso wertvoller sind dann die Romane, die es verstehen, einen vollkommen mitzureißen und in ihre Welt eintauchen zu lassen. >>

Alte Männer im Wald

© Foto: Katrin, 2019

Willkommen in unserem aktuellen Weltenbummler-Monat. Dieses Mal geht es nach Kanada und ich bekam von Karo einen wunderbaren kleinen Roman von Jocelyne Saucier in die Hand gedrückt. Um mein Fazit einmal vorweg zu nehmen: Ein Leben mehr ist meiner Meinung nach ein kleines literarisches Juwel. Dabei klingt die Geschichte selbst gar nicht so außergewöhnlich. >>

Planlos Richtung Süden

© Foto: Karoline, 2020

Manchmal bekommt man Bücher empfohlen, die man erst einmal zuhause so richtig einstauben lässt. Besonders bei spezielleren Themen brauche ich da einfach die passende Stimmung. Das trifft besonders auf schwere Kost zu. Vor kurzem hatte ich nun die Motivation mir das hochgelobte Werk des viel zu früh verstorbenen Autors Larry Brown zu Gemüte zu führen. Das Warten hat sich in der Tat gelohnt, denn dieser Südstaaten-Roman hat das Zeug zum modernen Klassiker.

Fay ist 17 Jahre alt und gerade von zu Hause abgehauen, nachdem ihr Vater zum wiederholten Male versucht hat, sich an ihr zu vergehen. Schweren Herzens lässt sie ihre jüngeren Geschwister zurück, und fühlt sich dennoch erleichtert und frei. Einen richtigen Plan, wie es nun weitergehen soll, hat sie nicht. Mit zwei Dollar in der Handtasche sind die Möglichkeiten auch etwas eingeschränkt. Ganz unbedarft beginnt sie von einem Leben im warmen Süden zu träumen und versucht zu Fuß und per Trampen an ihr Ziel zu gelangen. >>

Mord und Folter in den Goldenen 20ern

© Foto: Karoline, 2018

Ob es überhaupt jemanden in Deutschland gibt, der noch nichts von der neuen Serie Babylon Berlin gehört hat? Ich wage es zu bezweifeln. Egal wohin mein Blick fiel, ob Kinoeingänge, Internetwerbung oder Plakatwände, überall lächelte mich das lasterhafte Leben der 20er Jahre an. Ich tat es als unnötigen Hype ab und wandte mich anderen Dingen zu. Bis ich vor einigen Wochen zufällig herausfand, dass die Serie auf einer Buchvorlage basiert. Zu diesem Zeitpunkt war ich der schillernden Mode des Goldenen Jahrzehnts schon längst verfallen. Nun sollte es also auch mit der Buchreihe von Volker Kutscher passieren. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen. >>

Ein Herz für (Neo-)Western: Ein neuer Sheriff ist in der Stadt

© Foto: Karoline, 2018

Zugegeben, nicht in der Stadt, sondern in meinem Herzen, doch da hat er sich nachhaltig eingenistet und will einfach nicht mehr weg. Dank des Festa Verlags gibt es seit letztem Jahr den kernigen Sheriff Longmire, den viele bestimmt aus der gleichnamigen Serie kennen, endlich auch in deutscher Sprache.

Eigentlich sollte Sheriff Walter Longmire ein relativ ruhiges Leben im äußerst ländlichen Wyoming führen. Verkehrsdelikte, die üblichen häuslichen Differenzen, ansonsten lediglich selbstauferlegte Einsamkeit für den nicht mehr ganz so frischen Witwer. Doch der vom Leben geprüfte Hüter des Gesetzes sieht sich immer wieder und ohne Vorwarnung zu ermittlerischen Hochleistungen gezwungen. Mal sind es kriminelle Jugendliche, die von einem Unbekannten über den Haufen geschossen werden, mal vergiftete Altersheiminsassen oder gar seine Tochter und Vorzeigeanwältin Cady, der Gewalt angetan wurde. >>