Über Zombies bloggen

© Foto: Georgia, 2017

Nachdem ich dank Serien wie The Walking Dead und iZombie schlussendlich doch noch vom Zombie-Wahn ergriffen wurde, mussten auch Bücher zu dem Thema her. Mittlerweile ist auch dieses Genre schon arg verbraucht und es gibt wenig innovative Ideen. Eine Zombie-Apokalypse außerhalb der USA fiel mir da direkt ins Auge. Die Hauptfigur lebt in Spanien und berichtet über die schaurigen Geschehnisse vor Ort.

Unser namenloser Protagonist ist Anwalt und frischgebackener Witwer. Während der Trauerbewältigung schreibt er einen Blog, quasi eine Art Tagebuch. So erfährt der Leser, dass in Russland ein obskurer Virus nach einer Laborexplosion freigesetzt wurde. Während die Medien diesen Vorfall recht beiläufig anschneiden, stellt sich bald heraus wie gefährlich die Folgen tatsächlich sind. In rasanter Geschwindigkeit greift der Virus um sich, breitet sich weltweit aus und verwandelt Menschen in kannibalistische Monster. Auch militärische Streitkräfte können der Epidemie nicht lange die Stirn bieten. So verschanzt sich der Anwalt zunächst mit seinem Kater im Eigenheim. Nachdem das Internet und die Stromversorgung zusammenbrechen, dokumentiert er seine Erlebnisse ganz traditionell auf Papier. Es dauert nicht lange bis ihm die Vorräte ausgehen und die Untoten aufrücken. Um zu Überleben macht er sich auf die Suche nach anderen Menschen und einem sicheren Unterschlupf. Den Kater hat er dabei natürlich im Schlepptau.

Das komplette Buch besteht aus digitalen bzw. handschriftlichen Tagebucheinträgen des Anwaltes. Auf der einen Seite ist das ein sehr interessanter Ansatz und war für mich persönlich recht neu. Andererseits fand ich es wenig glaubwürdig, dass er Zeit zum Schreiben hatte während die Welt mehr oder weniger untergeht. Weiterhin fehlte ein wenig die Spannung, da er definitiv unbeschadet aus jeder Begegnung mit den Zombies herauskommen muss, um den nächsten Eintrag auf Papier zu bringen. Das soll nicht heißen, dass es gar keine Spannung gibt. Die Hauptfigur gerät in diverse kniffelige Situationen und beweist Mut und Einfallsreichtum beim Versuch sich wieder heraus zu manövrieren. Manchmal hat er auch einfach nur Glück. Mir als Pragmatiker hat besonders gut gefallen, wie distanziert er über oft gefährliche Vorkommnisse schreibt. Dadurch, dass er die Ereignisse im Nachhinein rekapituliert und dokumentiert, kauft man ihm die Distanziertheit auch ab. Besonders spannend finde ich immer wie Menschen sich in diesen apokalyptischen Szenarien einen neuen Platz in der Welt schaffen, zu welchen Mitteln sie greifen um zu überleben und welche moralischen Abgründe sich in ihnen auftun. Hier hat Loureiro mich mit seinen Ideen überzeugt. Trotz Logiklücken hat er mich mit seinem Werk mitgerissen und unterhalten.

Apokalypse Z ist der erste Teil einer Trilogie. Um zu erfahren wie es mit dem Blogger und der Welt im Allgemeinen weiter geht, kommt man nicht drumherum die beiden Folgebände zu lesen. Aber der erste Band endet nicht in einem Cliffhanger, theoretisch kann er also auch als Einzelwerk stehen. Momentan bin ich mit dem Ende des Buches recht zufrieden. Mal sehen wann mich das Zombie-Fieber wieder packt und ich mich auf die anderen Bände stürze.

Georgia

Autor: Manel Loureiro
Buchtitel: Apokalypse Z
Übersetzung: Aus dem Spanischen von Sybille Martin
Verlag: Heyne

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